"Lunch Break" zeigt Werftarbeiter bei der Pause: Film- & Fotoausstellung in Secession
- Wie die Arbeit und der Arbeitsplatz einander prägen
- US-Künstlerin Sharon Lockhart erforscht Mikrokosmos

Es ist ein langer Weg, den die Kamera zurücklegt, und sie tut es sehr langsam. Zeit genug, alle Details jener Werft für US-Kriegsschiffe aufzunehmen, die Filmemacherin Sharon Lockhart für ihren Film "Lunch Break" ausgewählt hat. Das Interesse der US-Künstlerin gilt bei dem Streifen und einigen dazugehörigen Fotoserien, die bis zum 18.1.2009 in der Wiener Secession erstmals präsentiert werden, den Werftarbeitern. Im Zentrum steht jenes Fast-Stillleben vom "Ende einer Ära", das diese bei ihrer Pause abgeben, so Lockhart.
Die unglaublichen Dimensionen der Schiffsindustrie, konkret der Bath Iron Works im US-Bundesstaat Maine, zeigen sich in der Länge jenes Korridors, in dem die Arbeiter sitzen, trinken, Zeitung lesen, diskutieren. Und einige haben sogar eigene Nebengeschäfte aufgemacht, um ihren Kollegen Kaffee oder Snacks zu verkaufen und sich so einen Zusatzverdienst zu verschaffen.
Mehr als ein Jahr hat Lockhart, die nun alle Räume der Secession bespielt, in das Projekt investiert und die Nähe der Arbeiter gesucht. Durchaus auch mit dokumentarischer Funktion: "Die physische Arbeit verschwindet in den USA", so Lockhart.
Eintauchen in den Mikrokosmos
Die Künstlerin taucht in dem Film, der im Hauptraum der Secession zu sehen ist, tief in jenen Mikrokosmos ein, den die Arbeiterklasse sich in der Werft geschaffen hat. Ein weiterer Film ("Exit") zeigt die Arbeiter beim Verlassen der Fabrik.
In Fotoserien werden etwa die individuell gestalteten Essens-Transportbehälter und auch die improvisierten Mini-Shops der Arbeiter gezeigt. Allein anhand der Beschriftungen auf den Lunch Boxes könne man alle notwendigen Funktionen in der Arbeiterschaft der Werft analysieren, sagte die Künstlerin. Die Arbeiter prägen ihren Arbeitsplatz - und werden auch von diesem geprägt. (apa/red)

