"Kussverbot" an Schule sorgt für Wirbel:
Hauptschuldirektor gegen intimes Verhalten
- Schlechte Vorbildwirkung für die jüngeren Mitschüler
- Reaktionen: Von "überzogen" bis "mittelalterlich"

Für Aufregung sorgt ein vom Direktor verhängtes "Kussverbot" in einer Hauptschule im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich. Schülerinnen würden sich neuerdings nicht mehr nur auf die Wange, sondern auch auf den Mund küssen, hieß es in einem Bericht der "Welser Rundschau". Der Direktor will diese Vorgänge abstellen und erntete harsche Kritik vom BZÖ und der "Aktion Kritischer SchülerInnen". Diese appellierte an Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer, das Verbot schnellstens aufzuheben.
Es gehe nicht darum, die Schüler in ihrer Freiheit einzuschränken, so der Direktor. Vielmehr sei es Aufgabe der Schule, die Jugendlichen vor negativen Folgewirkungen zu schützen: "Es gab bereits einen Vorfall, bei dem ein Bursch ein Mädchen abküssen wollte, obwohl es das gar nicht wollte." Zudem würden die Küsse in einen Intimbereich gehen, der mit der Schule nichts zu tun habe, ist der Direktor überzeugt.
"Mittelalterlich" und "eine unzulässige Einmischung der Schule in die Privatsphäre von Jugendlichen" ist das Verbot für den oberösterreichischen BZÖ-Landessprecher und Nationalratsabgeordneten Rainer Widmann. Besser wäre es mit den Jugendlichen zu vereinbaren, welches Verhalten man im respektvollen Umgang miteinander am Schulgelände erwarten könne. Die Linzer AKS-Vorsitzende Vanessa Gaigg bezeichnete das Kussverbot als "lächerlich und vollkommen übertrieben".
Die Organisation veranstaltete am Nachmittag eine Aktion vor der betroffenen Schule. Die AKS kündigte zudem für Montag die Besetzung von Enzenhofers Büro an, sollte dieser "nicht bereit sein, endlich im Sinne der Schüler von Oberösterreich zu handeln".
(apa/red)
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