Heer bei Eurofighter an Molterer gebunden:
Kosten für Betrieb höher als veranschlagt
- Statt 32 Mio. Euro werden über 50 Mio. Euro benötigt
- Finanzministerium: "Bislang nicht informiert worden"
·Österreich: Bundes- heer vor der Pleite?
Auslandseinsätze bald nicht mehr finanzierbar

Auf das Bundesheer könnten enorme Betriebskosten für die Eurofighter zukommen. Laut Beantwortung einer Anfrage der FPÖ durch Finanzminister Molterer bekommt das Bundesheer jährlich höchstens 32 Mio. Euro für den laufenden Betrieb für den Eurofighter. Der Rechnungshof schätzte allerdings die jährlichen Betriebskosten auf mehr als 50 Mio. Euro.
Im Rechnungshofbericht zum jüngsten Eurofighter-Deal wird von Schätzungen ausgegangen, wonach die jährlichen Betriebskosten bei 15 Flugzeugen und 1.500 jährlichen Flugstunden ab 2008 mehr als 50 Mio. Euro, ab 2011 mehr als 70 Mio. und im Jahr 2013 rund 100 Mio. Euro betragen werden. Würde es bei den 32 Mio. Euro vom Finanzministerium bleiben, würde das für das Heer enorme Kosten bedeuten. Molterer teilt in einer Anfragebeantwortung jedenfalls mit, dass er von Verteidigungsminister Darabos "zu den Eurofighter-Betriebskosten bisher noch nicht informiert wurde" und es "auch auf Beamtenebene keine diesbezüglichen Informationen" gegeben habe.
Auf die Frage, wie hoch der Anteil an den Betriebskosten ist, den das Finanzministerium in den Jahren 2008 bis 2016 übernimmt, verweist Molterer auf die Vereinbarung von 2003 für 18 Flugzeuge, wonach das Finanzressort dem Verteidigungsressort ab 2007 jährlich 32 Mio. Euro zugesagt hat.
Darabos: "Geschönte Darstellung" der Vorgängerregierung
Darabos wiederum verweist auf die anstehenden Budgetverhandlungen. Er wirf der Vorgängerregierung außerdem eine "geschönte Darstellung" der Betriebskosten vor. Mit seinem Jet-Vergleich will Darabos die Betriebskosten von 3,8 Mrd. Euro für die Eurofighter-Lebensdauer von 30 Jahren auf drei Mrd. Euro gedrückt haben. FPÖ-Rechnungshofsprecher Haimbuchner kritisierte, dass das Bundesheer "mit seinem äußerst knapp bemessenen Budget die Mehrkosten für den Betrieb des Systems Eurofighter alleine tragen" müsse. (apa/red)
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