ÖBB nach tödlichem Unfall in der Defensive:
Rettungsorganisation erhebt nun Vorwürfe
- Verunglückter 30-Jähriger hatte Freundin verständigt
- Anruf der Hilfsorganisation bei ÖBB unbeantwortet

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Bahnunfall eines 30-Jährigen bei Traismauer gehe es "144 - Notruf Niederösterreich" darum, zu beweisen, dass seitens der Rettungsorganisation keine Versäumnisse bei der Alarmierung vorlagen. Deshalb werde eine Sachverhaltsdarstellung verfasst und der Staatsanwaltschaft St. Pölten auf dem Postweg übermittelt, sagte Sprecher Stefan Spielbichler.
Darin wird der Ablauf dokumentiert. Eine Weitergabe der Zeitprotokolle der Telefonate sei aus Datenschutzgründen nicht erlaubt.
Nach der Verständigung durch die Freundin des mit seinem Pkw auf die Gleise geratenen 30-Jährigen, die der Eingeklemmte angerufen hatte, versuchte die Rettungsorganisation nach eigenen Angaben drei Mal, die Blaulicht-Hotline der ÖBB zu erreichen - bei zwei Anrufen hob niemand an, beim dritten kam man auf ein Tonband.
Kein Anruf vor Zusammenstoß
Die ÖBB hatten in einer Aussendung am Wochenende festgehalten, dass vor dem Zusammenstoß kein Anruf eingegangen sei. Bei dem Unglück war der 30-Jährige mit seinem Pkw bei Traismauer auf das Bahngleis gestürzt. Der Wagen wurde von einem Zug erfasst, wobei der Mann getötet wurde.
Auch die ÖBB gingen weiter der möglichen Kommunikationspanne bei dem tödlichen Bahnunfall in Niederösterreich nach. Die Aufzeichnungen würden bestätigen, dass vor der Kollision kein Anruf von "144 - Notruf NÖ" bei den ÖBB eingegangen sei, sagte Sprecher Alfred Ruhaltinger. Zu Angaben, wonach die Rettungsorganisation zuvor auf ein Tonband gelangt sei, hielt er fest, dass es bei der ÖBB-Notruf-Hotline kein Tonband gebe.
ÖBB dementiert Fehler
Um alle Zweifel auszuschließen, werde die Telekommunikationstechnik überprüft. "Wir checken gerade mit einem Telekom-Experten, ob ein technisches Problem vorgelegen sein könnte", so Ruhaltinger.
Die ÖBB hätten keinen Fehler gemacht, der tragische Unfall hätte nicht vermieden werden können. Das Notfallmanagement funktionierte - wie auch seit Jahren die Zusammenarbeit mit der Rettungsorganisation, betonte der Sprecher.
(apa/red)
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