NEWS: Automobile Krise: Leere Fabriken,
volle Lagerhallen und entlassene Mitarbeiter
- Die Branche kämpft gegen den beinahe Kolbenreiber
- PLUS: Interview mit Metallgewerkschaftschef Foglar
·Dramatischer Hilferuf von General Motors
Düstere Perspektiven nach Milliardenverlust
·USA und EU drosseln ihre Pkw-Produktion
Studie: Produktionsausfall
über fünf Millionen Autos

Leere Fabrikshallen, ruhende Montagebänder, übervolle Lagerplätze, verwaiste Schauräume gepaart mit Horrormeldungen von Massenentlassungen, Absatzrückgängen und Fusionsgerüchten von todkranken Mega-Unternehmen. Die Krise der Automobilindustrie zieht globale Kreise.
So auch in Österreich, wo bis vor wenigen Wochen als Vorzeigebetriebe gepriesene Unternehmen wie Magna oder das BMW-Motorenwerk in Steyr vor ernsten Problemen stehen. Selbst erfahrene Auto-Manager wie BMW-Urgestein Rudolf Handlgruber zeigen sich betroffen: Diese Krise übertrifft alles, was wir bisher erlebt haben. Da hilft kein Schönreden. Wirtschaftskammer-Obmann und Mazda-Rainer-Boss Burkhard Ernst sekundiert: Das Geschäft geht schlecht. Ich bin in großer Sorge kleine Händler werden die Krise kaum überleben.
Trübe Aussichten für die rund 350.000 in der und rund um die Autoindustrie Beschäftigten. Immerhin arbeitet jeder siebente Österreicher in der Branche. Kein Wunder, dass Metallgewerkschafter Erich Foglar Alarm schlägt und von der neuen Regierung Maßnahmen zur Stärkung der Konjunktur und Kaufkraft fordert Autokäufer werden dringend gesucht. Zwar kann sich Österreich noch von der desaströsen Verkaufsentwicklung in anderen Ländern (Spanien minus 40 Prozent, USA minus 45 Prozent bei den Verkaufszahlen) abkoppeln doch die Zulassungsstatistik ist nur virtuell. Rund 30.000 Fahrzeuge sind sogenannte Tageszulassungen, mit denen der gesättigte Markt belebt werden soll und das Preisniveau elegant unterlaufen wird.
Händlersterben droht
Besonders schwierig sind Prognosen für das kommende Jahr. Denn der Automarkt in Österreich ist mittlerweile zu über 50 Prozent von Geschäftskunden abhängig. Und die Flottenbestellungen zahlreicher Unternehmen dürften im Zuge der Finanzkrise hinausgeschoben werden. Burkhard Ernst sieht in seiner Funktion als Fahrzeughandelsobmann schwarz: Kleine Händler in urbanen Lagen werden sterben. Sein Rat an die Kollegen: Wer kann, sollte jetzt aussteigen, seine Liegenschaften verwerten und umsatteln. In der Tat ist der Markt überbesetzt. Es gibt rund 2.500 Markenhändler davon werden sich laut Ernst nur die Großen durchsetzen.
Für die Konsumenten bringt das Überangebot enorme Rabatte. Die Händler lassen die Hosen runter wie nie zuvor. Denn zur globalen Absatzkrise kommen Sonderangebote zu Jahresende (siehe Tabelle links) viele Händler müssen für ihre Boni noch heuer Stückzahlen machen. Der Sprecher der Fahrzeugimporteure und Chrysler-Österreich-Chef Ingo Natmessnig rät zur Kaufoffensive: Die Angebote sind extrem interessant. Jetzt kaufen ganz nach dem Motto: Ein neues Auto mit gutem Gewissen. Denn durch Spritspar-Modifikationen sind neue Autos umweltfreundlich wie nie. Besonders deutlich zeigen das die Erfolge von Marken, die dem Abwärtstrend trotzen können. So ist etwa der Passat Bluemotion von Volkswagen ein Sprit sparender Topseller. Porsche-Holding-Sprecher Hermann Becker postuliert gleich den neuen Trend:
Die Kunden greifen lieber zu kleineren Motoren als zu kleineren Autos.
Lesen Sie die gesamte Story im aktuellen NEWS Nr. 46/08!
