Nur 30 Postämter sollen übrig bleiben: Vorstand setzt radikal auf Fremdbetreiber
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Keine Postämter bedeutet
Aus für "Bank ums Eck"
Post-Chef Anton Wais verteidigt im FORMAT-Interview sein neues Filialkonzept trotz der wütenden Proteste. An der Zahl von aktuell 1.470 Post-Stellen werde sich nichts ändern, betont er: "Ich gebe keine Standortgarantie, aber eine Versorgungs- und Servicegarantie." Und Wais fügt hinzu: "In Holland hat die Post nur noch 15 Prozent eigene Filialen, in Deutschland bald nur noch sieben Prozent."
Die geplante Umstrukturierung der heimischen Post, die vom zuständigen Post-Vorstand Herbert Götz ausgearbeitet wurde, ist ähnlich radikal. Derzeit hat der Briefkonzern noch rund 1.260 eigene Postämter. Nun soll weitgehend auf Fremdbetreiber umgestellt werden. Nur 30 große Postämter, so genannte Flagstores, sollen künftig von der Post alleine weiter geführt werden, berichtet FORMAT unter Berufung auf interne Papiere.
Weitere 250 Filialen als Bankfilialen des Post-Partners PSK unter dessen Federführung betrieben werden. Die Post wird dort ihre Dienstleistungen aber mit eigenen Mitarbeitern anbieten. Für 220 regional bedeutende Filialen suchen Wais und Götz laut FORMAT Franchisenehmer oder Pächter, die unter dem Logo und mit Unterstützung der Post das Geschäft auf eigene Rechnung machen.
760 Filialen durch Post-Partner ersetzen
760 Postämter sollen komplett geschlossen und durch Post-Partner (Supermärkte, Apotheken, Gemeinden etc.) ersetzt werden. Deren Zahl würde dadurch von jetzt 210 auf 970 ansteigen. Neu verhandelt Wais mit der OMV, um auch Tankstellen in dieses Netz einbeziehen zu können.
Dass die Post nur noch 30 Ämter haben wird, will Wais so nicht stehen lassen: "So können Sie das nicht sehen. Man muss die PSK-Bankstellen und die Standorte dazurechnen, die wir im Franchise oder an Pächter vergeben wollen."
Mehr zur "Causa Post" lesen Sie im FORMAT Nr. 46/2008

