Donnerstag, 13. November 2008

Kündigungswelle bei AT&S steht bevor:
Hannes Androsch bestätigt jetzt Gerüchte

  • Schlechte Auftragslage erfordert diese Maßnahmen
  • Krise der Automobilindustrie zeigt erste Folgewirkung

Der Aufsichtsratschef Hannes Androsch bestätigt nun Gerüchte über den Stellenabbau bei AT&S. "Strukturelle Anpassungen" am Standort Leoben-Hinterberg hatte zuvor der Chef des börsenotierten Leiterplattenherstellers, Harald Sommerer, bereits anlässlich der Halbjahresbilanz im Oktober angekündigt. In der Obersteiermark kamen nun nun Gerüchte auf, wonach Mitarbeiter gehen müssen.

Nun bestätigte der Hannes Androsch, dass es Pläne für einen stellenabbau tatsächlich gibt. "man müsse handeln um Schlimmeres zu verhindern", sagte er gegenüber dem ORF. Im Ö1-Morgenjournal betonte er die Notwendigkeit, dass das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließe. ein Sozialplan für die abgebauten Arbeitnehmer sei unausweichlich.

Krise der Automobilindutsrie
Das Unternehmen ist vor allem durch die Krise in der Automobil.Branche bedroht. "Wenn keine Autos mehr gekauft und keine produziert werden, können wir keine Leiterplatten zuliefern", rechtfertigte Androsch den Entschluss. Laut Betreibsrat sind 150 Leihareiter und 200 Stammarbeiter von der Maßnahme betroffen.

Genau Zahlen sind noch bekannt: Noch liefen Kundengespräche, in den nächsten Tagen und Wochen wisse man ob der Kapazitätsanforderungen für 2009 Bescheid und auch, ob es zu personellen Anpassungen kommen werde. "Ich kann nichts ausschließen", so Unternehmenssprecher Hans Lang.

In Leoben, wo dünne HDI-Leiterplatten für Handys hergestellt werden, habe man Kapazitäten, die nicht ausgenützt werden können. Daher werde es zumindest für 2009 Anpassungen geben, hatte Sommerer bei der Halbjahresbilanz angekündigt. Die Größenordnung stehe noch nicht fest. Entscheiden werde man im Laufe des Herbst, wenn die Gespräche mit den Kunden abgeschlossen sind. Fix sei aber, dass der Standort bestehen bleibe.
(apa/red)

13.11.2008 08:51