Mittwoch, 12. November 2008

Kündigungswelle bei AT&S: Leobner Leiter- Plattenhersteller droht mit Personalabbau

  • Gerüchte sprechen von 600 Entlassungen 2009
  • Unternehmenssprecher: "Kann nichts ausschließen"

"Strukturelle Anpassungen" am Standort Leoben-Hinterberg hatte der Chef des börsenotierten Leiterplattenherstellers AT&S, Harald Sommerer, bereits anlässlich der Halbjahresbilanz im Oktober angekündigt. In der Obersteiermark verdichten sich nun Gerüchte, wonach bis zu 600 Mitarbeiter gehen müssen, was der Hälfte der Belegschaft gleichkommen würde. Das Unternehmen schloss diese Möglichkeit nicht dezidiert aus: Noch liefen Kundengespräche, in den nächsten Tagen und Wochen wisse man ob der Kapazitätsanforderungen für 2009 Bescheid und auch, ob es zu personellen Anpassungen kommen werde. "Ich kann nichts ausschließen", so Unternehmenssprecher Hans Lang

In Leoben, wo dünne HDI-Leiterplatten für Handys hergestellt werden, habe man Kapazitäten, die nicht ausgenützt werden können. Daher werde es zumindest für 2009 Anpassungen geben, hatte Sommerer bei der Halbjahresbilanz angekündigt. Die Größenordnung stehe noch nicht fest. Entscheiden werde man im Laufe des Herbst, wenn die Gespräche mit den Kunden abgeschlossen sind. Fix sei aber, dass der Standort bestehen bleibe.

Bürgermeister lässt Bombe platzen
Dass nun mehrere hundert Mitarbeiter - angeblich bis zu 600 - vor der Kündigung stehen, wurde vom Leobener Bürgermeister Matthias Konrad (S) bei der Eröffnung des neuen Hauptquartiers von Mayr Melnhof Holz in Leoben an die Öffentlichkeit getragen. Konrad berief sich dabei auf ein Telefonat mit Hannes Androsch. Der Bürgermeister meinte, es müssten die Forschungskapazitäten im Werk in Leoben-Hinterberg bleiben. Vom AMS, wo keine Vormerkungen vorliegen, wurden bevorstehende Kündigungen nicht bestätigt.

Kein Optimismus
Derzeit würden Gespräche mit Kunden geführt, von deren Ergebnissen hänge ab, welche Mengen mit welchen Technologien zu welchen Preisen 2009 produziert werden würden und ob die Kapazitäten angepasst werden müssten, so Unternehmenssprecher Lang. Gesamtwirtschaftlich sei es "sehr schwer, optimistisch zu sein", und in Leoben-Hinterberg seien auch die Produktionskosten höher als an anderen Standorten. Dennoch sei es jetzt noch zu früh, irgendetwas zu sagen - "das wären alles Hausnummern". (apa/red)

12.11.2008 14:33