Mittwoch, 12. November 2008

Juristische Schritte gegen Streikende?
Wegen Dienstverweigerung bei der Alitalia

  • Chaos auf italienischen Flughäfen geht weiter

Alitalias Insolvenzverwalter, Augusto Fantozzi, hat rechtliche Maßnahmen gegen das Personal angekündigt, das in einen wilden Streik getreten ist. Die Dienstverweigerung habe der Fluggesellschaft und den Passagieren schwere Schäden zugefügt, kommentierte Fantozzi.

Die Alitalia-Mitarbeiter setzen ihren wilden Streik fort. Dutzende Flüge wurden gestrichen. Wütende Passagiere warteten vergebens Stunden lang auf ihre Maschine. Ratlose Ausländer hofften auf Informationen über ihre Flüge. Wegen des unangemeldeten Streiks der Alitalia-Mitarbeiter waren am Dienstag 124 Flüge gecancelt worden. Besonders chaotisch war die Lage auf den Flughäfen Rom-Fiumicino und Mailand. Hunderte Passagiere saßen dort fest.

Streit als illegal kritisiert
Alitalia kritisierte in einer Mitteilung die Streiks als "nicht angekündigt und illegal". Die Staatsanwaltschaft von Rom kündigte Ermittlungen wegen "Unterbrechung des öffentlichen Dienstes" an. Der Arbeitskampf von Piloten und weiteren Beschäftigten hatte schon am Montag und Dienstag den Ausfall von Hunderten Flügen sowie zahlreiche Verspätungen zur Folge.

Die Alitalia-Belegschaft protestiert gegen das Arbeitsvertragsmodell, das die italienische Investorengruppe CAI vorgelegt hat. Das Investorenkonsortium hat der Regierung Berlusconi einen verbindlichen Übernahmeplan für die Alitalia übergeben. Neun Fachverbände, die die Mehrheit der Piloten und des Flugpersonals repräsentieren, hatten sich vor zehn Tagen geweigert, das Arbeitsvertragsmodell zu unterstützen. Sie verlangen die Neuaufnahme der Gespräche mit der CAI über den neuen Vertrag, dem die größten Gewerkschaftsorganisationen des Landes bereits zugestimmt haben. Die Fachgewerkschaften protestieren gegen die "unnachgiebige Haltung" der CAI, die von der Regierung unterstützt werde.

(apa/red)

12.11.2008 18:30