AUA- & Alitalia-Kauf für Lufthansa Priorität:
Dafür Übernahme der SAS bereits gestoppt
- Hohe Verluste bei SAS-Tochter Spanair ist Ursache
- Skandinavischen Linie kämpft auch ums Überleben
·Air France wieder
im Rennen um die AUA
Zuckerl: Übernahme der
Schulden durch Staat
·Analysten befürchten
Insolvenz der AUA
Wahrscheinlichkeit wird mit 20 Prozent angegeben
·AUA: Die letzten Tage der Staats-Airline
FORMAT: Bis Dezember muss der Deal stehen
·Ich werde nicht die Flucht ergreifen
ÖIAG-Chef Michaelis im FORMAT-Interview
·Kapitalerhöhung als Schulden-Ausweg
Staatliche Übernahme von AUA-Schulden heikel

Die Deutsche Lufthansa hat sich Kreisen zufolge aus den Gesprächen für eine Übernahme der skandinavischen Fluggesellschaft SAS zurückgezogen. Für die Airline habe momentan der Verkaufsprozess für Austrian Airlines (AUA) und Alitalia Priorität, sagte eine mit der Situation vertraute Person. "Lufthansa kann nicht so viele Sachen gleichzeitig machen." Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte bereits von etwa zwei Wochen betont, das Unternehmen habe begrenzte Ressourcen für Übernahmen.
Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte vor Monaten exklusive Gespräche für einen Einstieg bei SAS aufgenommen, allerdings kamen die Verhandlungen zu keinem Abschluss. Die Exklusivität endete mit der Lufthansa-Aufsichtsratssitzung am 24. September. "Seitdem sind die Gespräche beendet", sagte die Person. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete zuvor unter Berufung auf Kreise, die hohen Verluste bei der SAS-Tochter Spanair seien mit Grund für den Rückzieher.
Wie viele Konkurrenten kämpft SAS angesichts steigender Treibstoffpreise und einer schwindenden Nachfrage ums Überleben. Im Sommer hatte SAS erstmals eingeräumt, nach einer "strukturellen Lösung" zu suchen - ohne Verhandlungspartner zu nennen. Auch nach dem Abbruch der Gespräche mit Lufthansa sei SAS weiter auf der Suche nach einem Partner, sagte der Insider. Infrage kämen sowohl industrielle als auch nicht industrielle Käufer. Die Fluggesellschaft, die zur Hälfte den Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen gehört, und Lufthansa wollten sich zu den Informationen nicht äußern.
(apa/red)

