Christkind ist heuer nicht in Spendierlaune:
Bei den Weihnachtsgeschenken wird gespart
- Weihnachtsgeschäft fällt heuer sehr verhalten aus
- Mixer und Krawatten out - Trend zu Wellness hält an

·Auch Online-Handel spürt Konsum-Flaute
FORMAT: An Weihnachten
wird weniger eingekauft
·Achtung Christkind: Kein Umtauschrecht!
Firmen müssen Waren nicht zurücknehmen
Der Wettlauf um das Weihnachtsgeschäft hat begonnen. Die ersten Christkindl-Märkte sperren auf, die Weihnachtsdekoration hängt bereits in den Einkaufsstraßen. Die Vorfreude bei den Händlern fällt aber heuer sehr verhalten aus. Wie eine Umfrage von RegioPlan zeigt, soll das Weihnachtsgeschäft 2008 ein nominelles Umsatzplus von 1 Prozent bringen. Real ist das freilich ein Minus.
2007 ging der Umsatz im Weihnachtsgeschäft mit rund 1,43 Mrd. Euro ebenfalls nicht über das Niveau des Vorjahres hinaus. Damit sind seit mehr als 10 Jahren die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke in Österreich kaum gestiegen.
Konsumzurückhaltung
"Durch die Wirtschaftskrise als Folge der globalen Finanzkrise und die Häufung schlechter Nachrichten in den letzten Monaten, wird es zu einer Konsumzurückhaltung kommen", kommentierte Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioPlan, die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft. Man hoffe noch auf den Wettergott, den auch der entscheide mit, wie gut das Geschäft läuft, hieß es.
Zusätzliche Konkurrenz bekommt der stationäre Handel zunehmend auch durch den Internet-Handel (vor allem bei Büchern, Musik oder Elektronik) und dem Trend zu Wellness- und Geldgeschenken. Auf der Wunschliste stehen zudem Geschenke, die Wünsche und Emotionen bedienen, Gebrauchsgegenstände sind dagegen out. Die Menge ist dabei laut Umfrage nicht so wichtig, was zählt ist Qualität und Exklusivität. Bei Teenagern und jungen Erwachsenen sind neben den neuesten technischen Errungenschaften auch Geldgeschenke oder Sparbücher angesagt.
Gewinner Spielwarenhandel
Für den Spielwaren-, Schmuck-, oder Buchhandel ist Weihnachten die wichtigste Zeit im Jahr. Spielwarengeschäfte etwa erzielen allein im Dezember zweieinhalb Mal so hohe Umsätze wie in einem "normalen" Monat, ebenso wie der Uhren- und Schmuckhandel. In absoluten Zahlen erwirtschaften der Bekleidungs- und der Elektrohandel am meisten Umsatz. Am wenigsten Bedeutung hat Weihnachten dagegen für die Baumärkte und den Schuhhandel.
Unter Weihnachtsgeschäft wird nur der Mehrumsatz des Einzelhandels im Monat Dezember, also der zusätzliche Umsatz zum "Normalumsatz" verstanden. Gutscheine werden erst berücksichtigt, wenn sie eingelöst werden. In Deutschland umfasst das Weihnachtsgeschäft hingegen den Gesamtumsatz im November und Dezember.
(apa/red)

