Sonntag, 16. November 2008

Salzburg verteidigt makellose Heimserie: Herbstmeistertitel vs. Kärnten in Griffweite

  • Adriaanse setzt einmal mehr auf Stürmerstar Janko
  • "Noch nie Stürmer trainiert, der so einen Lauf hatte"

Zehn Liga-Heimsiege in Folge - alles andere als ein elfter wäre eine große Überraschung. Red Bull Salzburg ist in der laufenden Bundesliga auf dem eigenen Kunstrasen das Maß aller Dinge. Mit einem Dreipunkter im Spiel der 18. Runde gegen den SK Austria Kärnten (15.30 Uhr LIVE auf news.at) würden sich die Salzburger zumindest den Herbstmeistertitel sichern - auch wenn Trainer Co Adriaanse das nur für eine Momentaufnahme hält.

"Wichtiger wäre es, vor der Winterpause in Führung zu liegen", betonte Adriaanse. "Zwei Monate an der Spitze zu sein, ist psychologisch gut." Vier Runden sind nach der Saisonhalbzeit bis 14. Dezember noch zu spielen. Seinen Stamm meint Adriaanse gefunden zu haben, rotiert das Gefüge nicht mehr so stark wie zu Saisonbeginn. "Ich kenne mittlerweile die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten meiner Spieler", erklärte der Niederländer.

Das einzige Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Alexander Zickler, der sich in Ried (2:2) eine Wadenzerrung geholt hatte und am Samstag nach dem Abschlusstraining entscheiden will. Dem Torschützenkönig der vergangenen beiden Spielzeiten wird im Moment ohnehin von seinem Sturmpartner die Show gestohlen: Marc Janko hält nach 17 Runden bei 22 Toren, könnte bereits gegen Kärnten den Clubrekord von Oliver Bierhoff (23) brechen.

Auch Adriaanse von Janko fasziniert
"Ich habe noch nie einen Stürmer trainiert, der so einen Lauf hatte wie Marc Janko", versicherte Adriaanse. Dabei hatte der 61-Jährige unter anderem den AZ Alkmaar ins Halbfinale des UEFA-Cups und den FC Porto zum Double-Gewinn geführt. Das Meisterrennen in der Bundesliga glaubt der Salzburg-Trainer noch lange nicht entschieden. "Für mich gibt es immer noch vier Titelkandidaten", sagte Adriaanse und meinte damit Salzburg, Sturm, Rapid und Austria.

Vor den Kärntnern warnte Adriaanse mit Hinweis auf deren spielerische Qualitäten. "Sie haben vorne individuell starke Spieler, die sehr kreativ und technisch gut sind", meinte der Salzburg-Coach, der auch Respekt für seinen Landsmann Frenkie Schinkels offenbarte. "Kärnten ist eine Mannschaft, die Druck nach vorne erzeugen kann. Sie haben keine Angst. Diese Spielweise zeugt von einem holländischen Trainer", sagte Adriaanse.

Kritik von Schinkels an seiner Truppe
Schinkels hatte zuletzt trotz eines 2:1-Sieges gegen Altach die Leistung seiner Mannschaft kritisiert. "Wir müssen ballsicherer werden und unsere Chancen verwerten", meinte der Kärnten-Trainer. "Wenn wir in Salzburg die große Sensation schaffen wollen, dann müssen wir die Chancen nützen. So viele werden wir nicht bekommen." Schinkels vertraut dabei vor allem auf den Brasilianer Adi, der schon das erste Saisonduell (1:0) entschieden hatte.

In Klagenfurt hatten die Salzburger am 31. August auch ihre bisher letzte Liga-Niederlage kassiert. Seither ist der Titelfavorit neun Runden ungeschlagen, die Kärntner deren fünf. "Wir sind im Moment spielerisch ganz gut drauf. Ich wäre zufrieden, wenn wir wieder unsere Möglichkeiten abrufen", sagte Schinkels, der neben Chiquinho, Schumacher, Mair und Dollinger auch den am Knie verletzten Patrick Wolf vorgeben muss. Salzburg fehlen lediglich Stammkeeper Timo Ochs sowie der erkrankte Vladimir Janocko.

(apa/red)

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16.11.2008 07:47