Freitag, 14. November 2008

"Kühler Empfang" für Skiteams in Levi:
Kältesturz macht aus Slalomhang "Eishang"

  • 14-stündiger Anreise-Marathon für ÖSV-Damen
  • Benni Raich freut sich: "Gute Erinnerungen an Levi"

Die beiden Weltcup-Slaloms am Samstag (Damen) und Sonntag (Herren) in Levi (Finnland) werden es in sich haben. Ein Temperatursturz in Lappland hat dafür gesorgt, dass die Skiteams von minus 15 Grad und klarem Himmel geweckt wurden. Am Wochenende soll es ebenfalls bitterkalt sein, was wegen des vorangegangenen Regens den aus reinem Kunstschnee bestehenden Slalomhang zu einem "Eishang" machen könnte.

Die Veranstalter sind aber überzeugt, gerade wegen des Maschinenschnees eine passende und faire Piste garantieren zu können. Auch wenn sie sich am Samstag für die Damen voraussichtlich noch ein wenig "entschärft" präsentieren wird.

Österreichs von Nicole Hosp und Kathrin Zettel angeführtes Slalom-Sextett fühlt sich jedenfalls gerüstet für den ersten Vergleich mit Tanja Poutiainen, Veronika Zuzulova und Co., auch wenn die Anreise ins Dämmerlicht des hohen Nordens über München zu einem rund 15-stündigen Kraftakt wurde. "In aller Herrgottsfrüh von zu Hause weg, erst um 22.00 Uhr waren wir im Hotel", berichtete Damenchef Herbert Mandl aus dem "Hulluporo-Hotel".

Mit Privatjet nach Levi
Etwas besser haben es da die Stars im Slalom-Herrenteam des ÖSV. Während Wolfgang Hörl, Alexander Koll und Patrick Bechter ebenfalls "Linie" flogen um in das abgelegene Wintersportzentrum 170 Kilometer nördlich des Polarkreises zu kommen, erreichen Benni Raich und Co. Levi über den Provinzflughafen Kittilä dank Privatjet auf direkterem Weg.

Geschenke an die von Manfred Mölgg, Jean-Baptiste Grange, Ted Ligety und Co. angeführte Konkurrenz in der Disziplin mit der größten Leistungsdichte soll es am Sonntag aber keine geben, auch wenn Lappland als die Heimat des Weihnachtsmannes gilt. Raich ist durch seinen Sieg vor zwei Jahren "Titelverteidiger", nachdem im Vorjahr die Levi-Slaloms wegen Schneemangels abgesagt worden waren.

"Gute Erinnerungen"
"Ich habe gute Erinnerungen an Levi. Wenn man schon einmal gewonnen hat, heißt das ja, dass einem der Hang liegt", gab sich der Tiroler zuversichtlich. Raich, der nun mit Rainer Gstrein und seinem Bruder Florian zwei speziell für ihn abgestellte Coaches zur Verfügung hat, wird sich nach den jahrelangen Allround-Initiativen im kommenden Winter wieder mehr auf die technischen Disziplinen fokussieren.

Im Slalom ist Raich allerdings noch nicht in Hochform, zudem plagten den Pitztaler vor dem Sölden-Auftakt Rückenprobleme. "Ich hoffe aber trotzdem, dass ich es am Sonntag in Levi ähnlich erfolgreich gestalten kann wie vor zwei Jahren", sagte Raich, dessen Lebensgefährtin Marlies Schild 2006 in Finnland ebenfalls gewonnen hatte. Wegen ihres doppelten Beinbruchs kann Schild ihrem Freund diesmal aber nur vor dem TV die Daumen drücken. Für Raich wäre es der erste Weltcupsieg seit dem 9. Dezember des Vorjahres, als er den Slalom in Bad Kleinkirchheim für sich entschieden hatte.

(apa/red)

14.11.2008 14:52