'Volles Risiko, sonst hast du keine Chance':
Marcel Hirscher steht vor Bewährungsprobe
- 19-Jähriger will sich selbst nicht unter Druck setzten
- Hirscher wäre bei Sieg Geschichtsbucheintrag sicher

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Marcel Hirscher ist der mit Abstand jüngste Athlet in der Slalom-Weltspitze des alpinen Ski-Weltcups und eine dementsprechend heiße Zukunftsaktie. In der vergangenen Saison hat sich der 19-Jährige in die erste Startgruppe (Top-15) katapultiert, nun will der Salzburger seine dortige Position festigen. "Auf mich wartet sicher eine Saison der Bestätigung, aber unter Druck setzte ich mich dadurch ganz sicher nicht. Wenn die Zeit reif ist, werde ich gewinnen", strahlte Hirscher vor dem Slalom-Auftakt der WM-Saison am Sonntag in Levi/Finnland Ruhe und Gelassenheit aus.
Denn für Hirscher gibt es auch in der Saison eins nach seinem Auftauchen auf der großen Bühne nur ein Motto für jedes Rennen: "Vollgas und volles Risiko, sonst hast du bei dieser Dichte an der Spitze keine Chance." Der Stern von Hirscher, der einen Materialwechsel von Blizzard- zurück auf Atomic-Ski vorgenommen hat, ging Anfang 2008 auf. Von den Trainern bereits vorsichtig als potenzieller Shootingstar angekündigt, fuhr Hirscher im Jänner in Adelboden als Neunter erstmals in die Top-Ten des Weltcups. Im März platzte dann der Knoten endgültig, Hirscher wurde bei den Slaloms in Kranjska Gora und Bormio jeweils Dritter.
Ganz nebenbei fixierte Hirscher im vergangenen Winter auch noch zwei Goldene bei der Junioren-WM in Formigal/Spanien (Slalom und Riesentorlauf) und den Gesamtsieg im Europacup. Logischerweise legte er dafür die Basis im Slalom, mit 539 Punkten holte sich Hirscher dort Platz eins in der Disziplinenwertung. Aber auch im Riesentorlauf machte Hirscher, der sich zum Allrounder entwickeln möchte, eine gute Figur und wurde mit 259 Zählern Siebenter. Auch für den Levi-Slalom ist Hirscher nun zuversichtlich: "Umso schwieriger und selektiver der Hang, umso besser für mich. Insofern sollte mir Levi liegen." Das bestätigt auch ÖSV-Technik-Trainer Christian Höflehner. "Wenn es schwierig und eisig ist, dann ist er sehr schnell."
Christian Orlainskys Rekord ungefährdet
Der jüngste österreichische Alpin-Weltcup-Sieger aller Zeiten kann Hirscher, Sohn einer Niederländerin und eines Österreichers, nicht mehr werden. Diese Bestmarke hält nach wie vor Christian Orlainsky, der am 4. Jänner 1981 im Alter von 18 Jahren und elf Monaten den Riesentorlauf in Ebnat-Kappel/Schweiz gewonnen hat. Und auch im Slalom ist der Platz als jüngster Weltcup-Sieger der ÖSV-Historie nicht mehr möglich, denn Klaus Heidegger war bei seinem Triumph am 27. Februar 1977 in Furano/Japan 19 Jahre und 192 Tage jung.
Den zweiten Rang in dieser Liste kann Hirscher, der am 2. März 2009 seinen 20. Geburtstag feiert, aber noch erreichen, dieser wird aktuell von Hansi Hinterseer gehalten. Der nunmehrige Schlager-Superstar hatte 1974 wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag mit 19 Jahren und 359 Tagen den Kitzbühel-Slalom gewonnen.
Vielleicht hat Hirscher an seinem runden Geburtstag auch schon seine erste WM-Teilnahme bei den "Großen" hinter sich. "Die WM-Teilnahme zu planen, das geht nicht. Ich muss meine Leistung bringen, dann ergibt sich die WM vielleicht von selbst", so Hirscher, der natürlich im Februar in Val d'Isere um eine WM-Medaille kämpfen möchte. Am Material sollte es nicht scheitern, denn Hirscher wird bei Atomic von Nicole-Hosp-Freund Roland Schönegger betreut, dem bisherigen Servicemann von Marlies Schild.
(apa/red)
