Lage in Afghanistan zunehmend verschärft:
Über 40 Tote nach Anschlägen und Kämpfen
- USA und Pakistan mit Übereinkunft zu Luftangriffen
- Präsident Karzai für Friedensgespräche mit Taliban
Eine Fülle von Anschlägen und heftige Kämpfe haben am Wochenende die Spannungen in Afghanistan weiter verschärft. Bei Kämpfen im Süden und Osten von Afghanistan kamen nach Angaben der US-Streitkräfte mindestens 40 Aufständische ums Leben, unter ihnen allein 30 in der Provinz Helmand. Auch in den Provinzen Paktia und Urusgan kam es zu blutigen Kämpfen. Unterdessen schlossen die USA und Pakistan nach Medienberichten inoffiziell ein Übereinkommen wegen der umstrittenen US-Drohnenangriffe in Pakistan.
Wie die "Washington Post" unter Berufung auf hochrangige Regierungsmitarbeiter berichtete, wird die pakistanische Regierung bei künftigen Luftangriffen diese weiter öffentlich kritisieren, die US-Regierung diese weiterhin nicht öffentlich bestätigen. Zukünftig soll es demnach aber keine Einsätze mehr von US-Spezialkräften auf pakistanischem Boden geben, heißt es dem Bericht zufolge weiter. Bei der getroffenen Vereinbarung handelt es sich laut einem pakistanischen Regierungsmitarbeiter um einen "klugen Mittelweg".
US-Luftangriffe in der pakistanischen Grenzregion zu Afghanistan gegen Ziele mutmaßlicher Aufständischer hatte es in den vergangenen Monaten ein bis zweimal die Woche gegeben. Dabei wurden auch Zivilisten getötet. Erst am vergangenen Freitag wurden bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan mindestens elf Menschen getötet, darunter sechs Ausländer. Laut Pakistans Präsident Asif Ali Zardari gab es den letzten Einsatz von US-Bodentruppen Anfang September.
NATO-Soldat getötet, zwei US-Soldaten verletzt
In Afghanistan kam ein britischer Soldat der NATO-Truppen ums Leben. Er fiel der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe zum Opfer, wie das Militärbündnis mitteilte. Bei einem Selbstmordanschlag in der westlichen Provinz Herat wurden zwei US-Soldaten verletzt und zwei Fahrzeuge eines Konvois beschädigt. Betroffen war auch eine deutsche Bundeswehrpatrouille in der nordafghanischen Provinz Baghlan. Bei der Explosion eines Sprengsatzes wurden nach Angaben der Bundeswehr zwei Soldaten verletzt.
Unterdessen beschlossen die Behörden in Pakistan aus Sicherheitsgründen, den Grenzübergang nach Afghanistan für Tankfahrzeuge und Lastwagen mit Containern zu stoppen. Die Sperre werde möglicherweise schon in Kürze wieder aufgehoben, sagte ein Regierungssprecher. Sollte sie länger dauern, wäre die Versorgung der NATO-Truppen und der US-Streitkräfte in Afghanistan gefährdet.
Ringen um Friedensgespräche
Der afghanische Präsident Hamid Karzai bot dem Taliban-Führer Mullah Omar sicheres Geleit an, falls er sich zu Friedensgesprächen bereitfindet. Mullah Omar hält sich seit der US-Invasion vor sieben Jahren im Untergrund auf. Es wird vermutet, dass er den Aufstand der Taliban führt. Die Taliban haben auf Appelle für Friedensverhandlungen bisher stets geantwortet, dass erst alle ausländischen Truppen das Land verlassen müssten. (apa/red)
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