Im Kongo schweigen die Waffen nicht mehr:
Rebellenheer hält Waffenstillstand nicht ein
- Im Osten heftigste Kämpfe seit Wochen ausgebrochen
- Rebellen wollen Truppe in reguläre Armee integrieren

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Kongolesische Regierungstruppen und Rebellen haben sich nach UN-Angaben im Osten des Landes trotz einer Verständigung auf eine Waffenruhe einige der heftigsten Kämpfe seit Wochen geliefert. Das berichtete der Sprecher der UN-Friedenstruppen, Oberst Jean-Paul Dietrich, über Gefechte in der Stadt Riwindi, die rund 125 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma liegt.
Zuvor hatte der kongolesische Rebellenführer Laurent Nkunda noch seine Unterstützung für die Friedensbemühungen der Vereinten Nationen bekundet. Nkunda sagte dem UN-Sondergesandten Olusegun Obasanjo, er wolle an der Waffenruhe festhalten und begrüße die Vermittlung der internationalen Gemeinschaft. Allerdings müsse auch die kongolesische Regierung kooperieren.
Nkunda begründet seine Aufstand gegen die Regierung damit, dass er mit seinen Kämpfern in der Region lebende Angehörige des Tutsi-Volks vor Übergriffen aus Ruanda geflohener Hutu-Milizen schützen will. Bei dem Völkermord in Ruanda brachten 1994 Hutus mehr als eine halbe Million Menschen um, die meisten Opfer waren Tutsi.
Nkunde will Truppen in Armee integrieren
Laurent Nkunda hat internationale Garantien für die künftige Integration seiner Truppen in die reguläre Armee seines Landes verlangt. Nkunda verhandle keinesfalls über eine mögliche Ausweisung seiner Truppen und seiner selbst aus dem Kongo, sagte der UN-Unterhändler Olusegun Obasanjo vor Journalisten, nachdem er am Vortag ein Gespräch mit Nkunda geführt hatte.
"Nkunda spricht von der Einbindung seiner Soldaten in die nationale Armee und er ist sogar bereit, selbst weiter der Armee zu dienen", sagte Obasanjo in Nairobi. Dafür verlange er aber Garantien der UNO und der Afrikanischen Union (AU).
Rebellen zu Gesprächen über Waffenstillstand bereit
Nkunda hatte sich bei der Unterredung mit Obasanjo zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereiterklärt. Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den Anhängern des abtrünnigen Tutsi-Generals wurden seit September mindestens 100 Zivilisten getötet. Etwa 250.000 Menschen sind nach Schätzungen der UNO und von Hilfsorganisationen auf der Flucht.
Nkunda beschuldigt die Regierung in Kinshasa, Hutus aufgenommen zu haben, die 1994 am Völkermord an den Tutsis in Ruanda beteiligt waren. Er sieht sich als Schutzmacht der im Osten des Kongos lebenden Tutsis. Nkunda selbst begann seine militärische Karriere in der Ruandischen Patriotische Front (RPF), die gegen die Verantwortlichen des Völkermordes kämpfte. Später wechselte er dann zu den Rebellen in den benachbarten Kongo.
(apa/red)
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