Donnerstag, 13. November 2008

Nordkorea bleibt in Atom-Konflikt hart:
Pjöngjang verweigert Entnahme von Proben

  • Widersprüchliche Aussagen über Verpflichtungen
  • Reiseverkehr mit Nachbarländer wird eingeschränkt

Im Streit um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas zeichnen sich neue Probleme bei der vereinbarten Überprüfung der umstrittenen Nuklearanlagen in dem kommunistischen Land ab. Das südkoreanische Außenministerium äußerte sein Bedauern über eine Ankündigung Nordkoreas, internationalen Inspekteuren die Entnahme von Proben an den Atomanlagen zu verweigern.

Die Probeentnahme sei ein Kernelement des Überprüfungsverfahrens, sagte Südkoreas Außenminister Yu Myung Hwan bei einem Seminar in Seoul. In einer Erklärung hatte zuvor das Außenministerium in Pjöngjang Angaben von US-Regierungsbeamten widersprochen, jemals Probenahmen zugestimmt zu haben. Eine Vereinbarung mit den USA sehe lediglich den Zugang von Atominspekteuren zum nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon, die Einsicht in Dokumente und Befragungen von Technikern vor.

Zur Überprüfung bereit
Nordkorea hatte sich im Oktober zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereit erklärt und war im Gegenzug von der US-Liste der "Schurkenstaaten" genommen worden. Zu der Vereinbarung gehörte nach amerikanischen Angaben auch die Entnahme von Proben.

Unterdessen schränkte Nordkorea auch den Reiseverkehr mit seinem Nachbarn und Verbündeten China ein. Reisebüros berichteten am Donnerstag, der wichtigste Grenzübergang zwischen beiden Ländern in Dandong sei bereits im Oktober geschlossen worden. Reisende könnten aber nach wie vor von China nach Nordkorea fliegen. Ein Vertreter der chinesischen Bahn ergänzte, Güterzüge passierten nach wie vor die Grenze.

Die "Financial Times" berichtete unter Berufung auf US-Kreise, China habe seine Truppen im Grenzgebiet unlängst verstärkt. Am Mittwoch hatte Nordkorea die Schließung seiner Grenze zum Süden angekündigt und dafür die konservative Regierung in Seoul verantwortlich gemacht.
(apa/red)

13.11.2008 09:58