Dienstag, 11. November 2008

Castor-Atomtransport erreicht Gorleben: Blockaden auch auf letzter Straßenstrecke

  • Transport dauerte um zahlreiche Stunden länger
  • 1.000 gewaltbereite Autonome unter Demonstranten

Begleitet vom massivsten Widerstand seit Jahren hat der elfte Castor-Transport aus der französischen Aufbereitungsanlage La Hague das deutsche Zwischenlager Gorleben erreicht. Die elf Tieflader mit hoch radioaktivem Müll passierten kurz nach Mitternacht die Einfahrt. Die Polizei musste zahlreiche Blockaden auflösen, ehe der Transport mit deutlicher Verzögerung die letzte Etappe absolvieren konnte.

Allein vor dem Zwischenlager hatten rund tausend Atomkraftgegner fast zwei volle Tage ausgehalten, ehe die Polizei die Blockade räumte. An anderen Streckenabschnitten mussten Traktor-Blockaden aufgelöst werden. Die längste Zeit verbrachte die Polizei damit, acht Mitglieder der bäuerlichen Notgemeinschaft im Wendland aus Betonpyramiden auf der einzigen Zufahrt zum Zwischenlager zu befreien.

Transport dauerte Stunden länger
Der Transport vor zwei Jahren hatte 58 Stunden gedauert, dieses Mal waren es knapp 80. Bei den Protesten und Blockadeaktionen gab es am Sonntag und Montag Verletzte auf beiden Seiten. Der friedliche Protest bei einer Kundgebung am Wochenende übertraf mit 15.000 Teilnehmern frühere Veranstaltungen um weit mehr als das Doppelte.

Nach einem Bericht von "Welt Online" hatten sich unter die Demonstranten 800 bis 1.000 gewaltbereite Autonome gemischt. Ein Polizeisprecher wollte diese Zahl nicht bestätigen. Beide Seiten meldeten mehrere Verletzte als Folge der Auseinandersetzung.

(apa/red)

11.11.2008 11:07