ÖVP und SPÖ auf der Suche nach Vertrauen:
Pröll mit Faymann heute unter vier Augen
- Post-Debatte bringt erneute Koalition ins Wanken
- Weitere Runde bei Annäherung nicht vor Dienstag
·Post trübt Verhältnis zwischen ÖVP und SPÖ
Vertrauen für Molterer
"nicht unbedingt gestärkt"
·Faymann genehmigte
Postämter-Schließung
profil: Geheime Zusagen anscheinend im Oktober
·"profil"-Umfrage: SPÖ zieht stetig davon
Sonntagsfrage: ÖVP gewinnt nur wenig hinzu

Die Koalitionsverhandlungen sind 49 Tage nach der Nationalratswahl ins Stocken geraten. Die ÖVP hatte die für Sonntag anberaumte Große Runde der Verhandlungsteams von Volkspartei und Sozialdemokraten platzen lassen. Stattdessen will ÖVP-Chef Josef Pröll mit SPÖ-Vorsitzendem Werner Faymann in einem Vier-Augen-Gespräch Sonntag abend ausloten, wie weit die Vertrauensbasis für eine künftige Zusammenarbeit noch möglich ist. Während seitens der ÖVP die Erwartungen, wonach bereits am Montag die Große Runde fortgesetzt werden könnte, gedämpft werden, glaubt Faymann weiter an eine rot-schwarze Regierung.
Faymann meinte, er hoffe, mit Pröll "eine Basis finden zu können". Die Frage nach einem Abbruch der Verhandlungen stelle sich nicht. "Ich bin überzeugt, dass auf beiden Seiten die Vernunft überwiegt", wobei der SPÖ-Chef auf eine rasche Regierungsbildung drängt. Sollte diese nicht bis Weihnachten stehen, könnte es "zermürbend" werden.
Pröll ärgerte sich vor allem über das Vorgehen von Faymann in Sachen Postämter-Schließungen. Das heutige Vier-Augen-Gespräch werde jedenfalls keine "Ehrenrunde" sein, um danach so weiter zu machen wie bisher. Jetzt müsse man die "Ärmel aufkrempeln und konkret an die Arbeit gehen, auch wenn es unangenehm ist". Es dürfe keine "Placebo-Politik" von Faymann mehr geben, man müsse vielmehr "ehrlich zusammenarbeiten".
Von der Opposition meinte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, mit dem "dynamischen Duo" Faymann-Pröll an der Spitze werde der Crash-Kurs der österreichischen Wirtschaft ungebremst weiter gehen. Faymann habe seine nicht vorhandene Führungs- und Problemlösungskompetenz schon bei der AUA und bei der Post unter Beweis gestellt. BZÖ-Klubchef Josef Buchner bezeichnete es als unverständlich, dass die Industrie nur die Große Koalition als mögliche Regierungsform sehe. Der Grüne Parteisekretär Lothar Lockl sagte, SPÖ und ÖVP würden mit ihrem Hin und Her bei den Koalitionsverhandlungen nur über ihr eigenes Versagen bei der Wirtschaftskrise hinweg täuschen.
Fix dürfte sein, dass auch bei einer Annäherung von Faymann und Pröll am morgigen Montag kein neuer Termin einer Großen Runde stattfinden wird. Die SPÖ rechnet eher mit Dienstag, die ÖVP mit Wochenmitte.(apa/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
