Dienstag, 11. November 2008

Dramatischer Anstieg bei tödlichen Unfällen
mit Radfahrern: Oft zu spät wahrgenommen

  • Gefahr lauert beim "Vorbeischlängeln" von Autos
  • Pedalritter sollten deutlich mehr Abstand halten

Während die Zahl der Verkehrstoten auch heuer im Sinken begriffen ist, registriert die Statistik Austria einen dramatischen Anstieg bei den verunglückten Radfahrern. Von Jänner bis September dieses Jahres sind 44 Pedalritter gestorben, im Vorjahr waren es im entsprechenden Zeitraum um elf Opfer, bzw. 33 Prozent weniger. Dieser Wert lag zuletzt im Vergleichszeitraum 2004 höher.

Der Großteil der verunglückten Radfahrer entfiel mit 70 Prozent auf die Bundesländer Niederösterreich (14 Tote). In Oberösterreich waren zehn und in Salzburg sieben Opfer zu beklagen. Auch bei den Schwächsten im Straßenverkehr, den Fußgängern, gab es laut Statistik mit 71 Verkehrstoten einen deutlichen Anstieg der Opferzahl (plus 16,4 Prozent).

Das Risiko, mit dem Drahtesel zu verunglücken, kann mit einfachen Maßnahmen stark gesenkt werden, betonte der ÖAMTC. "Radler sollten neben der gesetzlich vorgeschriebenen Beleuchtung und den Reflektoren am Fahrrad auch zusätzlich an der Kleidung und am Radhelm Reflektoren anbringen", meinte ein ÖAMTC-Sprecher. Ab Einbruch der Dämmerung empfiehlt der Fachmann, zusätzlich eine Warnweste zu tragen.

Gefahr beim "Vorbeischlängeln"
"Die Gefahr, von anderen Verkehrsteilnehmern nicht oder zu spät wahrgenommen zu werden, erhöht sich, wenn Radler sich vor Kreuzungen an stehenden Autos vorbeischlängeln. Dadurch 'verschwinden' sie im toten Winkel, was bei einem nachfolgenden Abbiegemanöver fatale Folgen haben kann", verwies Matzke auf die schweren Unfälle zwischen Lkw und Radfahrern. Pedalritter sollten sich daher nach Möglichkeit mit deutlichem Abstand vor oder hinter einem Lastwagen einreihen, aber niemals direkt daneben.

Eine weitere Gefahr ortet der Touringclub bei ungeregelten Radfahrüberfahrten. Diese dürfen laut Gesetz von Pedalrittern mit maximal zehn km/h und nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenker überraschend befahren werden.

(apa/red)

11.11.2008 21:03