Freitag, 7. November 2008

EU sucht nach gemeinsamen Nenner: Fünf Leitlinien für Weltfinanzgipfel determiniert

  • EU-Politiker angesichts der Finanzkrise "beunruhigt"
  • Gusenbauer plädiert für Transformation des IWF

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich auf eine gemeinsame Position für den Washingtoner Gipfel der G-20 zur Reform der Finanzmärkte am 15. November geeinigt. Die EU-Chefs vereinbarten, dass ein zweiter globaler Finanzgipfel nach Ablauf von hundert Tagen im Februar 2009 stattfinden soll. Dabei sollten die Prinzipien, die im November vereinbart werden, konkret beschlossen werden.

Laut dem französischen Präsident Sarkozy habe man sich auf eine "gemeinsame Position" zur Reform des internationalen Finanzsystems verständigt. Das teilte der amtierende EU-Ratsvorsitzende nach dem Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten mit. Sarkozy sagte weiter, die EU-Partner hätten eine "ziemlich detaillierte" Position für das Weltwirtschaftstreffen am 15. November in Washington erarbeitet, bei dem Strategien zur Bekämpfung der Finanzkrise beschlossen werden sollen.

EU-Politiker "beunruhigt"
Die EU-Spitzenpolitiker seien angesichts der Wirtschaftskrise "beunruhigt", alle seien sich über "die absolute Notwendigkeit" einer Koordination ihrer Wirtschaftspolitik einig, sagte Sarkozy weiter. Alle seien "überzeugt von der Notwendigkeit, nach finanziellen Initiativen auch wirtschaftliche Initiativen zu ergreifen". Europa reise "mit dem Willen nach Washington, eine Linie zu verfolgen, jene der Transparenz und der Neuausrichtung", fügte Sarkozy hinzu.

Transformation des IWFs
Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer plädierte für die Transformation des IWF in eine Weltfinanzorganisation, die neue Aufgaben wahrnehmen soll. Es wäre aber eine "Illusion" zu glauben, dass dies ohne neue institutionelle Machtverteilung möglich sei, sagte der Kanzler.

(apa/red)

7.11.2008 18:01