Air France wieder im Rennen um die AUA:
Schuldenübernahme durch den Staat lockt
- Entscheidende Bedingungen haben sich geändert
- PLUS: Analysten befürchten eine baldige Insolvenz
·Analysten befürchten
Insolvenz der AUA
Wahrscheinlichkeit wird mit 20 Prozent angegeben
·AUA: Die letzten Tage der Staats-Airline
FORMAT: Bis Dezember muss der Deal stehen
·Ich werde nicht die Flucht ergreifen
ÖIAG-Chef Michaelis im FORMAT-Interview
·Kapitalerhöhung als Schulden-Ausweg
Staatliche Übernahme von AUA-Schulden heikel

Die Air France will wieder in das Bieterverfahren um die AUA einsteigen. Air France-Chef Jean-Cyril Spinetta habe in dieser Woche neuerlich einen Brief an den Chef der Staatsholding ÖIAG, Peter Michaelis, geschrieben. Demnach sei die Air France gewillt, an der Privatisierung der AUA teilzunehmen.
Aus Sicht der Air France haben sich entscheidende Bedingungen im Verfahren geändert. Etwa die teilweise Übernahme der AUA-Schulden durch den Staat und die Verlängerung der Fristen bis Ende des Jahres. Zuletzt hatte es seitens der ÖIAG geheißen, Air France habe kein finales Angebot abgegeben und damit die vorgegebenen Kriterien nicht erfüllt. Dagegen argumentierte Air France, dass keiner der Bieter, auch nicht die als Favorit geltende deutsche Lufthansa, ein prozesskonformes Offert abgegeben habe.
Der frühere Vorstandsdirektor der AUA und jetzige Präsident des österreichischen Luftfahrtverbands, Mario Rehulka, meinte im ORF, dass ein künftiger starker Partner die AUA und den Flughafen Schwechat stärken würde. "Allein hat AUA keine Kraft zu expandieren", sagt Rehulka. Als Folge müssten Mitarbeiter entlassen und Flüge gestrichen werden. Dies würde auch Verluste für die Zulieferfirmen bedeuten.
Mit einem internationalen Partner könnten Größenvorteile besser genutzt werden. Gemeinsam hätten beispielsweise AUA und Lufthansa 700 Flugzeuge. Dadurch wäre es möglich, neue Flugzeuge billiger kaufen zu können und auch beim Treibstoffkauf würden sich bessere Preise erzielen lassen, sagte Rehulka.
(apa/red)

