Freitag, 7. November 2008

Analysten befürchten Insolvenz der AUA:
Wahrscheinlichkeit wird mit 20% angegeben

  • Austrian Airlines brauchen dringend frisches Kapital
  • Schnell verkaufen: AUA verliert immer mehr an Wert

Sollte die Privatisierung der Austrian Airlines (AUA) platzen und das absolute "worst-case scenario" eintreten, bräuchte die Airline zur Tilgung von Schulden und für Restrukturierungsmaßnahmen 2009 auf jeden Fall frisches Kapital. Ohne diese notwendige Kapitalerhöhung sehen die Analysten der Erste Group das Risiko einer Insolvenz für die AUA. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei 20 Prozent.

Am günstigsten für die AUA ("best-case scenario") wäre laut Analyse ein schneller Verkauf zum aktuellen Übernahmeangebot von 4,25 Euro je Aktie. Je länger sich der Verkaufsprozess aber hinzieht, desto weiter dürfte das Angebot sinken, so die Erste Group. Nachdem sich die AUA in einem Sanierungsprozess befindet, geben die Analysten diesem Szenario wenig Chance und stufen die Wahrscheinlichkeit mit nur 10 Prozent ein.

Das wahrscheinlichste Szenario ist für die Erste Group eine Kapitalspritze von 500 Mio. Euro, entweder in Form einer Kapitalerhöhung oder über Partizipationsscheine mit folgender Schuldentilgung. Der Kapitalerhöhung wird eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, den Partizipationsscheinen eine 30-prozentige eingeräumt.

AUA weist Befürchtungen zurück
Die Austrian Airlines (AUA) hat die Analysten-Befürchtungen zurückgewiesen."Die Austrian Airlines Group weist darauf hin, dass aktuell keine Insolvenzgefahr besteht", hieß es in einer Stellungnahme an die APA.
(apa/red)

7.11.2008 14:51