Einkommensschere ist nach wie vor groß:
Frauen verdienen um ein Drittel weniger
- Österreicher erhielten 2007 1.811 Euro pro Monat
- Vorarlberger liegen mit 1.899 Euro Lohn an Spitze

Die Einkommensschere der österreichischen Arbeitnehmer hat auch 2007 nicht geschlossen werden können. "Frauen verdienen noch immer um ein Drittel weniger als Männer", kritisierte die Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ), Brigitte Adler. Die Gründe dafür liegen einerseits in der Berufswahl, andererseits arbeiteten Frauen vorwiegend Teilzeit.
Das monatliche Brutto-Medianeinkommen (=Jahreseinkommen inklusive Sonderzahlungen geteilt durch 14) der Österreicherinnen machte im Vorjahr 1.420 Euro aus. Jenes der Männer lag laut AKNÖ bei 2.120 Euro und somit über dem österreichischen Niveau von 1.811 Euro.
Vorarlberg an Spitze
Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg mit einem Medianeinkommen von 1.899 Euro an der Spitze. Nummer 2 ist Wien (1.881 Euro), gefolgt von Oberösterreich (1.848 Euro) und der Steiermark (1.790 Euro). An der fünften Stelle liegt Niederösterreich (1.755 Euro), vor Salzburg (1.743 Euro), Kärnten (1.738 Euro) und Tirol (1.731 Euro). Schlusslicht ist das Burgenland mit 1.568 Euro.
Im Vergleich zu 2006 kam es zu einem Bruttoeinkommenszuwachs von 48 Euro oder 2,7 Prozent. Real, also inflationsbereinigt, machte das Plus lediglich 0,6 Prozent aus. Bei den Nettoeinkommen kam es real hingegen zu einem Rückgang von 0,1 Prozent oder 1,7 Euro.
Frauen teilweise schlechter bezahlt
Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern liegen aber nicht nur an den gewählten Berufen und der Teilzeitarbeit, sondern auch daran, dass weibliche Arbeitnehmer schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, erklärte AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Claudia Tschernutter. "Fakt ist, dass selbst die bestverdienenden 10 Prozent der Frauen noch immer 30 Prozent weniger als die bestverdienenden 10 Prozent der Männer verdienen."
Diese Entwicklung sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass Frauen mit einem anderen Bewusstsein als Männer über ihr Gehalt verhandeln, erklärte die Expertin.
(apa/red)

