Wiener Börse ist weiterhin auf Talfahrt:
ATX verzeichnete ein Minus von fünf Prozent
- Negatives Börsenumfeld sorgte für Kursabschlag
- Bankaktien rutschen weider in ganz Europa ab

Die Wiener Börse präsentierte sich bei schwachem Volumen mit schwacher Tendenz. Der ATX wurde mit 1.997,48 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 99,63 Punkten bzw. 4,75 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -4,33 Prozent, FTSE/London -4,08 Prozent und CAC-40/Paris -4,30 Prozent.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 2.096,86 Punkten, das Tagestief lag knapp nach 11:00 Uhr bei 1.989,33 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 4,57 Prozent tiefer bei 896,67 Punkten. Im prime market zeigten sich fünf Titel mit höheren Kursen, 46 mit tieferen und zwei unverändert. In fünf Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 3.849.788 (Vortag: 5.474.911) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 92,484 (128,85) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Raiffeisen mit 310.215 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,32 Mio. Euro entspricht.
Negatives Börsenumfeld
In einem schlechten europäischen Börsenumfeld wiederholte der heimische Leitindex fast den fünfprozentigen Kursabschlag. Sehr negative Impulse kamen bereits vor Handelsstart von den Börsen in New York und Tokio nach Europa.
Bankaktien rutschen europaweit ab
Wieder einmal auf Talfahrt präsentierten sich europaweit die Bankenaktien. Die Raiffeisen International-Aktie (RI) reagierte auf die Gewinnwarnung und die Präsentation von Neunmonatszahlen mit einem Kursabschlag von 9,12 Prozent auf 25,90 Euro. "Die Zahlen waren im Prinzip sehr stark, aber die Gewinnwarnung stößt bitter auf", sagte ein Analyst.
Die Experte von Sal. Oppenheim haben ihr Anlagevotum für die RI-Aktien von bisher "Buy" auf nunmehr "Neutral" nach unten revidiert. Die veröffentlichten guten Zahlen für das dritte Quartal werden von der Gewinnwarnung für das Gesamtjahr überschattet, hieß es in der aktuellen Studie. Erste Group-Titel sackten um 6,83 Prozent auf 19,38 Euro ab.
OMV-Aktien fallen um 3,49 Prozent
Neue Geschäftsergebnisse wurden auch von der OMV und Palfinger publiziert. Auch OMV lieferte nach Händleraussage ganz gute Quartalszahlen, die Aktie rutschte dennoch um 3,49 Prozent auf 24,60 Euro ab. Die Analysten von Sal. Oppenheim haben ihr Anlagevotum für die Aktien der österreichischen Öl- und Gasunternehmens nach den Zahlen mit "Buy" bestätigt. Den "Fair Value" sehen sie weiterhin bei 44 Euro. Die Ergebnisse zum dritten Quartal lagen über den Erwartungen der Analysten.
Der Salzburger Kranhersteller Palfinger ist mit seinem Ergebnis der ersten drei Quartale 2008 hinter den Erwartungen der Experten zurückgeblieben und die Palfinger-Papiere ermäßigten sich um 5,27 Prozent auf 12,76Euro.
Strabag mit massiven Minus
Strabag bauten ein massives Minus von 5,89 Prozent auf 17,11 Euro. Die Erste Group hat das Anlagevotum für die Aktien des heimischen Bauunternehmens von "Accumulate" auf "Buy" gesenkt. Das Kursziel wurde deutlich von 55 auf 21 Euro gekappt.
Zwei Analystenhäuser meldeten sich mit stark abweichenden Meinungen zu Polytec. Die Experten von Sal. Oppenheim haben das Kursziel für die Aktien von 5 auf 4,50 Euro gesenkt. Das Anlagevotum "Reduce" wurde bestätigt. Die Analysten der UniCredit haben nach Durchsicht der Neun-Monats-Zahlen das Kursziel für die Aktien des heimischen Automobilzulieferers von 10,5 auf 9 Euro gesenkt. Das Anlagevotum "Buy" wurde hingegen bekräftigt.
(apa/red)

