Post-Gewerkschaft auf den Barrikaden:
Kampf gegen Ämterschließungen geplant
- Gewerkschaftschef droht mit härtestem Widerstand
- Hunderte von Postämtern sollen zugesperrt werden

·Österreich: Post will 400 Filialen schließen
Gewerkschaft kündigt bereits Widerstand an
Pläne der österreichischen Post für eine weitere drastische Postamtsschließungswelle bringen die Gewerkschaft auf die Barrikaden. Wenn das stimme, gebe es den härtesten Widerstand, den man sich vorstellen kann, sagte Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz.
In der Tageszeitung "Standard" wird berichtet, die Post wolle rund 400 weitere Postämter zusperren. Bei 300 Filialen sei das Schicksal offenbar schon besiegelt, bei 100 lege sich die Post-Vertriebspartnerin BAWAG PSK noch quer. Die Schließungen von etwa einem Viertel aller Postämter sollen, so die Zeitung, ab 2009 verteilt bis 2011 über die Bühne gehen. Das "Redimensionierungsprogramm" solle Thema im Aufsichtsrat Mitte nächster Woche sein.
Lückenlose Aufklärung gefordert
Fritz verlangte volle und lückenlose Auskunft noch vor der Aufsichtsratssitzung am nächsten Mittwoch, erinnert die ÖIAG und die Post-Verantwortlichen dabei ausdrücklich ans Aktiengesetz. Für Donnerstag, den 13. November, sei für alle Fälle bereits eine Zentralbetriebsratssitzung einberufen, kündigte der oberste Post-Gewerkschafter an. Dort werde man "weitere Maßnahmen" beraten. Ob das Streik heißt? "Wir nehmen dieses Wort nicht in den Mund. Aber alles ist möglich", sagte Fritz zur APA.
Empörung bei Oppositionspolitikern
Dass die Post, wie kolportiert, 300 bis 400 weitere Postämter zusperren will, hat für Empörung bei Oppositionspolitikern, aber auch bei Landes- und Regionalpolitikern aus dem Feld der Regierungsparteien gesorgt. BZÖ und FPÖ fordern Staatshilfe auch für die Post. Die Grünen wollen, dass die Minister Faymann und Molterer bei Post und ÖIAG "endlich durchgreifen".
Schweigen bei der ÖIAG
Bei der Staatsholding ÖIAG gibt man sich schweigsam. Auf Anfrage hieß es, dies sei grundsätzlich eine Angelegenheit der Post, die ja schließlich auch börsenotiert sei. Der Staat hält nach einem Börsegang im Frühjahr 2006 noch 51 Prozent.
(apa/red)

