ÖFB-Präsidium als heikle Angelegenheit:
"Nicht einfach zur Tagesordnung übergehen"
- Spiele gegen Färöer und Serbien schmerzen noch
- Auch Play-Off-Out der U21 gegen Finnland ein Thema

In der ersten Präsidiumssitzung des ÖFB nach den tristen Auftritten des österreichischen Nationalteams in der WM-Qualifikation gegen die Färöer (1:1) und Serbien (1:3) dürfte es heute einiges zu besprechen geben - zumindest wenn es nach einigen Landespräsidenten geht. "Nach diesen beiden Spielen kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", betont Wiens Verbandschef Kurt Ehrenberger vor dem bereits vor längerer Zeit festgesetzten Treffen.
"Aber nur weil der Termin schon lange feststeht, heißt das nicht, dass alles routinemäßig ablaufen wird." Der 75-Jährige stößt sich vor allem daran, dass er auf seinen Brief an ÖFB-Boss Friedrich Stickler, in dem Ehrenberger eine Präsidiumssitzung unmittelbar nach der Niederlage gegen Serbien gefordert hatte, keine Antwort bekam. "Darauf warte ich noch immer. Die Fans wollen nach zwei so schlechten Spielen einfach Reaktionen sehen."
Diplomatischer gab sich der oberösterreichische Landeschef Leo Windtner. "Wir dürfen in dieser Situation nicht Emotionen rauslassen, sondern müssen versuchen, Verbesserungen zu finden." Dem 58-Jährigen liegt neben der so gut wie fix verpassten Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika auch das Scheitern des U21-Teams im EM-Play-off gegen Finnland schwer im Magen. "Das tut besonders weh. Dieses Ausscheiden werden wir durchbesprechen müssen", kündigt Windtner vor der Sitzung am Freitagnachmittag im Wiener Hotel Hilton Plaza an.
Brückner muss nicht schwitzen
Während also U21-Nationaltrainer Manfred Zsak aufgrund seiner unglücklichen Personal- und Taktik-Umstellungen in beiden Partien zur Disposition stehen könnte, hat A-Team-Coach Karel Brückner zumindest vorerst nichts zu befürchten. "Ich bin ein Mann, der auf Kontinuität setzt", sagte Windtner zur Teamchef-Frage. ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig stimmt dem OÖ-Chef mit klaren Worten zu. "Personelle Konsequenzen sind nicht zu erwarten", erklärt er.
Der frühere Sportjournalist und Lehrer meint aber, dass die sportliche Problematik offen diskutiert werde. "Aber das ist in solchen Fällen üblich und kam in der Vergangenheit immer wieder vor." Das Thema Zsak sei bereits abgehandelt. "Wir haben ihm und seinem Team gratuliert. Er kann ja nichts dafür, dass für ihn nicht die Regeln geändert wurden und er nicht den letzten Elfer im EM-Play-off hat schießen dürfen", meint Ludwig. Zsak werde von Andreas Heraf die U20 übernehmen und in die nächste U21-Qualifikation gehen. (apa/red)
