Historischer Erfolg im Bernabeu-Stadion:
Juventus siegt erstmals seit 1962 in Madrid
- Routinier Del Piero mit Doppelpack Held des Spiels
- Juve, ManU und Villareal lösen Achtelfinaltickets

·CL: Juventus schlägt Real zu Hause 0:2
Bayern vergab gegen Florenz Vorentscheidung
·Champions League: Auslosung 2009/10
Spiele und Ergebnisse
der Fußball-Elite-Liga
Das Achtelfinale der Fußball-Champions-League nimmt nach der vierten Runde der Gruppenphase allmählich konkrete Formen an. Dem FC Barcelona und Sporting Lissabon folgte Juventus Turin vorzeitig in die nächste Runde. Manchester United sowie Villarreal sind auch schon fast weiter.
Bei dem Gruppe-H-Gastspiel von Juventus (10 Punkte) im Bernabeu Stadion stand allerdings nicht wie erwartet Goalie Manninger, der auch in den nächsten Wochen noch den verletzten Gianluigi Buffon ersetzen wird, im Mittelpunkt, sondern Gäste-Stürmer Alessandro Del Piero. Der 33-Jährige machte den ersten Sieg von Juventus bei Real seit 1962 mit einem Doppelpack - nach dem Führungstreffer in der 17. Minute mit einem platzierten Linksschuss machte er mit einem gefühlvollen Freistoß an der schlecht gestellten Real-Abwehr vorbei (67.) den Sack zu - im Alleingang perfekt.
"Ich bin extrem happy, wir haben gewonnen, sind aufgestiegen und ich habe getroffen", war der Weltmeister restlos glücklich. Vor allem auch, da er vor den Augen von Argentiniens Neo-Teamchef Diego Maradona getroffen hatte. "Ich hoffe, er kommt uns öfter zuschauen", merkte Del Piero an. Der Stürmer-Routinier wurde bei seinem Austausch in der Nachspielzeit zudem mit Standing Ovations verabschiedet. "Ich bin stolz darauf, man lebt für solche Emotionen", sagte der Italiener, der nun gemeinsam mit Manchester Uniteds Dimitar Berbatow die Champions-League-Schützenliste mit vier Treffern anführt.
Schuster: "Müssen wir akzeptieren"
Bei den Spaniern wurde der Niederländer Arjen Robben, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte und durch seinen Landsmann Royston Drenthe ("Del Piero ist immer schwer zu stoppen, heute war er unglaublich") ersetzt wurde, schmerzlich vermisst. "Das Glück war nicht auf unserer Seite, aber das müssen wir akzeptieren. Wir haben weiter eine sehr gute Chance, aufzusteigen", gab sich Real-Coach Bernd Schuster gelassen.
Die Königlichen kamen vor 80.000 Zuschauern nur selten wirklich gefährlich vor das "Gehäuse" des fehlerlos agierenden Manninger, der von der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" mit 6,5 benotet wurde und damit im Mannschaftsdurchschnitt lag. Die beste Chance hatte Sergio Ramos, der einen Halbvolleyschuss knapp über das Tor setzte (24.), vor der Pause ausgelassen.
Real kämpft um Platz zwei
Juve fügte der Schuster-Elf damit erst die dritte Heimniederlage in den jüngsten 29 Champions-League-Spielen zu. Die Madrilenen (6) kämpfen mit Zenit St. Petersburg (4) und BATE Borisow (2) um Rang zwei. Die Russen besiegten den weißrussischen Serienmeister mit 2:0 und feierten damit den ersten Erfolg in der "Königsliga". "Wir mussten gewinnen, um unsere Aufstiegschance am Leben zu erhalten. Das haben wir geschafft. Es war eine starke Mannschaftsleistung", resümierte ein zufriedener Zenit-Trainer Dick Advocaat.
Bereits fast alles entschieden ist in der Gruppe E, wo die beiden Topteams ManU und Villarreal (beide 8) jeweils ein Remis erreichten. "In der zweiten Hälfte waren wir ausdauernd und haben sich den Punkt verdient", meinte Manchester-United-Coach Alex Ferguson nach dem 1:1 bei Celtic. Auch in Aalborg (2:2) sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel. "Sie haben mit einem unglaublichen Freistoß noch den Ausgleich geschafft", so Villarreal-Trainer Manuel Pelegrini. Aalborg, dessen Interimscoach Allan Kuhn sich über den besten gezeigten Fußball seiner Truppe seit langem freute, und Celtic haben beide nur zwei Zähler auf dem Konto und duellieren sich wohl nur um den UEFA-Cup-Platz.
Bayern und Lyon können planen
Die Planungen für das Achtelfinale können allmählich auch Olympique Lyon und Bayern München (beide 8) aufnehmen. Das noch ungeschlagene Gruppe-F-Duo ist zwar noch nicht durch, führt aber deutlich vor Fiorentina (3) sowie dem seit 15 Champions-League-Spielen sieglosen Schlusslicht Steaua Bukarest (1). Der siebenfache französische Meister besiegte im 150. Europacupspiel vor eigenem Publikum Steaua durch Tore von Juninho (44.) und Reveillere (89.) mit 2:0.
"Es war ein hartes Match unter schwierigen Bedingungen. Gratulation an meine Spieler, sie haben alles gegeben", erklärte Lyon-Coach Claude Puel. Den Münchnern rettete in Italien Tim Borowski mit seinem Ausgleichstreffer in der 78. Minute einen Punkt. "Der Punkt war wichtig, jetzt ist Fiorentina bei Punktegleichheit sicher hinter uns", freute sich der Torschütze. Die Italiener, die der rumänische Teamstürmer Adrian Mutu (11.) in Führung gebracht hatte, hätten sich allerdings mehr verdient. "Wir haben einem starken Team große Probleme bereitet. Wir sind für unsere Unerfahrenheit in der Champions League bestraft worden", sagte Mutu.
Knappes Rennen in Gruppe G
In der Gruppe G hat zwar Arsenal (8) die besten Aufstiegschancen, Porto (6), Dynamo Kiew (5) und auch Fenerbahce Istanbul (2) sind aber nach wie vor im Rennen. Der auch in der Meisterschaft schwächelnde Gruppenerste enttäuschte im Emirates-Stadion mit einem 0:0 gegen die extrem defensiv eingestellten Türken. "Sie haben sich fast nur in der eigenen Hälfte aufgehalten und haben vor allem in Strafraumnähe sehr gut verteidigt", fasste Arsenal-Coach Arsene Wenger zusammen. Vor der Pause habe seine Elf "drei bis vier" klare Chancen ausgelassen, danach sei sie körperlich zurückgefallen.
Im von Österreichs EURO-Referee Konrad Plautz geleiteten Duell des Zweiten mit dem Dritten sicherte Lucho Gonzalez den Portugiesen einen Last-Minute-2:1-Sieg. "Das war eine gute Antwort an alle Kritiker, die uns schon abgeschrieben haben", betonte Porto-Coach Jesualdo Ferreira. Dynamo-Trainer Juri Semin konnte seiner Elf trotz Niederlage keinen Vorwurf machen, wie er erklärte: "Wir haben nicht viele Fehler gemacht, waren einfach unglücklich. Es war ein gutes Spiel und unsere Fans sollten zufrieden sein mit unserer Leistung."
(apa/red)
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