Marc Janko ist völlig außer Rand und Band:
Salzburgs Offensive sorgt für 7. Sieg in Folge
- 25-Jähriger ist derzeit auf Bundesliga-Rekordkurs
- Austrias Defensive lieferte eine inferiore Leistung ab

·Rapid schießt sich
auf Wiener Derby ein
5:1-Kantersieg gegen
Altach als Moralinjektion
·Mattersburg wartet
weiter auf einen Sieg
Kärnten holt einen Punkt
bei kampfbetontem 0:0
·Sturm Graz bleibt die
steirische Nummer 1
Erfolgslauf geht mit 2:0
gegen Kapfenberg weiter
·Selbst Ried ist LASK
eine Nummer zu groß
Innviertler gewinnen das
Oberösterreich-Derby 3:0
·UMFRAGE: Wer wird der neue Meister?
Salzburg, Rapid, Austria, Graz oder Überraschung?
Red Bull Salzburg und Marc Janko sind in der Fußball-tipp3-Bundesliga weiterhin nicht zu stoppen. Die Salzburger liegen nach dem 5:1 gegen die Wiener Austria, dem siebenten Sieg in Serie (Red-Bull-Clubrekord), weiterhin souverän auf Platz eins, und Goleador Janko trifft weiterhin aus allen Lagen und nach Belieben. Der 25-Jährige, gegen die Austria dreimal erfolgreich, hat bereits 20 Saisontreffer auf dem Konto, bei bis dato 1.063 Einsatzminuten bedeutet dies alle 53 Minuten ein Janko-Tor.
Janko, die klare Persönlichkeit Nummer eins der bisherigen Saison, gab sich wie immer als Teamplayer. "Wichtig war die Leistung der gesamten Mannschaft und die Tatsache, dass wir drei Punkte eingefahren haben. Wir haben den Polster gegenüber der Austria vergrößert und einen wichtigen Schritt Richtung Meistertitel gemacht. Wir haben eine verunsicherte Austria überrollt", meinte Janko, der jedoch gestand: "Im Moment gelingt mir einfach alles."
Co Adriaanse weiß, was er an seinem Erfolgsgaranten hat. "Janko spielt derzeit überragend. Ich hoffe, dass er noch lange bei uns bleibt", meinte der Niederländer, der seinen Top-Stürmer vor einem überstürzten Wechsel ins Ausland warnt. "Der Schritt in eine Spitzenliga ist auch für einen Marc Janko sehr groß." Und auch Austria-Trainer Karl Daxbacher merkte bezüglich Janko an: "im internationalen Fußball hätte er es nicht so einfach wie in Österreich. Es ist verblüffend, wie leicht es ihm gemacht wird."
Janko auf Rekordkurs
Und der 25-jährige Stürmer des FC Red Bull Salzburg ist nun sogar auf Rekordkurs. Selbst Hans Krankl, der in der Saison 1977/78 für Rapid 41 Treffer erzielt hatte und damit immer noch die Bundesliga-Bestmarke hält, war nach 16 Spielen noch nicht so gut in Schuss: Krankl hielt damals bei 17 Treffern. In der Folge holte sich Krankl nicht nur die heimische Torjäger-Krone, sondern auch den Goldenen Schuh für den europaweit besten Goalgetter.
Janko hat in dieser Saison im Match gegen Altach vier Treffer erzielt und weiters drei Dreierpacks (insgesamt bisher vier in seiner Karriere) und zwei Doppelpacks beigesteuert. Die drei restlichen Tore scorte der ÖFB-Teamstürmer, der für Österreich bisher "nur" dreimal ins Schwarze getroffen hat, in einzelnen Matches. Macht Janko so weiter, dann könnte er also den Uralt-Rekord Krankls auslöschen.
Nur einer hat übrigens in der Bundesliga-Geschichte nach 16 Runden bisher öfter getroffen: Toni Polster hielt in der Saison 1986/87 nach 16 Spielen sogar bei 22 Toren, am Ende hatte er 39 Treffer angeschrieben und ist somit hinter Krankl zweitbester Bundesliga-Torschützenkönig.
Nächstes Ziel ist Bierhoffs Torrekord
Logisch, dass die Spekulationen über einen Transfer Jankos nicht abreißen. "Fragen Sie meinen Manager", gab Janko den Ball an seinen Berater Georg Stangassinger weiter. Sein nächstes Ziel ist das Knacken des Salzburger Torrekords, diesen hält nach wie vor Oliver Bierhoff mit 23 Toren aus der Saison 1990/91.
Eine völlig inferiore Leistung lieferte die violette Defensive ab, auch Franz Schiemer hatte gegen die Salzburger Offensiv-Dampfwalze nichts zu bestellen. "Wir haben gegen einen absolut übermächtigen Gegner gespielt", erkannte Schiemer die Überlegenheit der Salzburger ohne Wenn und Aber an. "Salzburg hat offensiv die Qualität für vier, fünf Tore pro Match. Die drei Stürmer (Zickler, Janko, Nelisse, Anm.) wechseln ununterbrochen und sind ganz schwer auszurechnen", beschrieb der ÖFB-Teamverteidiger die Schwierigkeit des Unterfangens, die Red-Bull-Angreifer in Schach zu halten.
Schiemer-Wechsel dementiert
Das vor der Partie aufgekommene Gerücht, wonach Schiemer schon bald zu Salzburg wechseln soll, wurde von beiden Seiten dementiert. "Das ist eine Geschichte, die nicht von uns kommt. Wir wissen, dass sein Vertrag im Sommer ausläuft. Aber das ist kein Thema, wir haben nicht mit ihm gesprochen", erklärte Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser. "Ich konzentriere mich nur auf die nächsten Partien. Unser Ziel ist, dass wir uns gegen Rapid aus der Krise kämpfen", meinte Schiemer vor dem Derby am Dienstag daheim gegen Rapid.
"Wir haben derzeit überhaupt kein Selbstvertrauen", sah Stürmer Rubin Okotie die Lage vor dem Wiener Lokalschlager wenig rosig. Trainer Daxbacher nahm es mit Galgenhumor: "Die Aussichten fürs Derby sind sehr gut, denn es kann nur besser werden." Vom Titel will man nach drei Niederlagen in Folge in Wien-Favoriten nichts mehr hören. "Die Wiener Austria kann nicht Meister werden, ich habe nie die Realität aus den Augen verloren. Rapid ist Salzburgs großer Konkurrent."
FC Red Bull Salzburg - FK Austria Wien Endstand 5:1 (3:1) Salzburg, Red-Bull-Arena, 16.500, SR Schörgenhofer
Torfolge:
1:0 ( 4.) Janko
2:0 (12.) Janko
3:0 (34.) Nelisse
3:1 (41.) Acimovic
4:1 (54.) Janko
5:1 (88.) Pitak
Salzburg: Arzberger - Bodnar, Sekagya (46. Dudic), Meyer, Gercaliu -
Pitak, Leitgeb, Tchoyi - Zickler (66. Kovac), Janko (79. Aufhauser),
Nelisse
Austria: Safar - Standfest (46. Madl), Bak, Schiemer, Majstorovic -
Krammer (73. Sulimani), Dragovic, Blanchard, Acimovic - Okotie,
Bazina
Gelbe Karten: Janko, Pitak bzw. Krammer, Madl, Schiemer
(apa/red)
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