Donnerstag, 6. November 2008

"Staatsfeind Nummer 1" gratuliert Obama:
Ahmadinejad beglückwünscht Wahlsieger

  • Berlusconi: "Ist gut aussehend und braungebrannt"
  • Medwedew hofft auf besseres Verhältnis zu den USA

Der iranische Staatschef Ahmadinejad hat dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama zu seinem Wahlsieg gratuliert. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA aus Teheran. Zudem lobt Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi Obamas Aussehen.

"Ich beglückwünsche Sie, dass es ihnen gelungen ist, eine Mehrheit der Stimmen in den Wahlen zu erreichen", schrieb Ahmadinejad in einer Note an Obama. Beide Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Das Verhältnis ist nicht zuletzt durch den Streit um das iranische Atomprogramm derzeit äußerst gespannt. Der scheidende US-Präsident George W. Bush bezeichnete den Iran 2002 als Teil der "Achse des Bösen".

Braungebrannter Obama?
Barack Obama hat nach Angaben des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi die besten Eigenschaften, um gute Beziehungen zu Russland aufzubauen. "Er ist jung, gut aussehend und sogar braungebrannt", sagte Berlusconi. Das sei als großes Kompliment gemeint, so Berlusconi in Moskau bei einer Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew.

"Die Welt hat Obama wie einen Messias begrüßt, wir hoffen, dass die Hoffnungen nicht enttäuscht werden. Wir haben ihm gratuliert und ihm das Beste für die große Verantwortung, die ihm bevorsteht, gewünscht. Ich bin seit vielen Jahren in der internationalen Politik und werde meine Erfahrung und meine Fähigkeit einsetzen, Menschen zusammen zu bringen, damit sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland bestens entwickeln können", so Berlusconi, der enger Freund des Noch-Präsidenten George W. Bush ist.

Medwedew hofft auf besseres Verhältnis
Dmitri Medwedew hingegen hofft auf bessere Beziehungen zwischen Washington und Moskau. Er vertraue darauf, dass Obama "ein tragfähiges Fundament für das bilaterale Verhältnis aufbauen" könne, sagte Medwedew in Moskau laut der Agentur Interfax.

Der Kremlchef betonte, dass Russland trotz des heftigen Streits über den Georgien-Krieg im August grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der NATO und der EU bereit sei. Vonseiten Moskaus gebe es keine Hindernisse für Verhandlungen über ein neues EU-Russland-Partnerschaftsabkommen, sagte Medwedew.

Er hatte am Mittwoch in seiner ersten Rede zur Lage der Nation die Stationierung von Kurzstreckenraketen in der Region Kaliningrad als Reaktion auf US-Pläne für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa angekündigt.

(apa/red)

6.11.2008 18:20