"Rahmbo" wird neuer Stabschef Obamas: Emanuel bekannt für ruppigen Umgangston
- Abgeordneter diente schon Bill Clinton als Berater
- Soll "F-Wort" in nahezu jeder Konversation benutzen

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Vorbereitungen auf das Weiße Haus laufen bereits
Zwei Tage nach seiner historischen Wahl hat der designierte US-Präsidenten Barack Obama bestätigt, den demokratischen Kongressabgeordneten Rahm Emanuel zum künftigen Stabschef im Weißen Haus berufen zu haben: "Niemand, den ich kenne, kann die Aufgaben besser schaffen, als Rahm Emanuel", sagte Obama nach Angaben seines Büros. Der Posten des Staatschefs sei entscheidend für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben. Der 48-jährige Emanuel war bereits in den 90er Jahren Berater für Ex-Präsident Bill Clinton.
Über "Rahmbo" kursieren in Washington wilde Geschichten. Einem politischen Gegner soll Rahm Emanuel nach einem Streit einmal einen toten Fisch zugesandt haben. Bei einem Dinner in der Hauptstadt soll er ein anderes Mal eine Tirade gegen die Republikaner damit beendet haben, dass er sein Messer in die Tischplatte rammte.
Der Kongressabgeordnete aus Chicago (Illinois), dessen Vater aus Israel stammt, gilt als einer der durchsetzungsstärksten Demokraten im US-Parlament. Rahm Emanuel wird von US-Politikern als "harter Hund" beschrieben. Laut "Spiegel Online" bezeichnete das US-Magazin "Newsweek" ihn kürzlich als "Straßenkämpfer mit Killerinstinkt". Die Rolle als Staatsmann, die ein Stabschef auch ausfüllen müsse, sei ihm aber bisher noch nicht zugetraut worden. Schließlich nutze er das "F-Wort" in nahezu jeder Konversation.
Die Loyalität der demokratischen Partei ist ihm aber nach Ansicht von Beobachtern sicher. Bei den Nachwahlen 2006 habe er durch das Sammeln von Spenden maßgeblich dazu beigetragen, für einen Wahlsieg der Demokraten zu sorgen, sagen seine Parteifreunde. Bei der Frage, ob Hillary Clinton oder Barack Obama Präsidentschaftskandidat werden sollte, hielt er sich zurück. Er ist sowohl mit den Clintons als auch mit Obama befreundet.
Kühles Verhältnis zu Hillary?
Doch seine Beziehungen zu Bill Clinton sind besser als die zu Hillary. Sie soll ihn Berichten zufolge 1993, als er noch als Berater im Weißen Haus arbeitete, wegen seines ruppigen Umgangstons am liebsten entlassen haben. Doch Emanuel weigerte sich und sagte, die Entlassung müsse der Präsident ihm schon persönlich aussprechen. Doch der tat es nicht.
Im Gespräch als Stabschef war auch David Axelrod, Chefstratege des Obama-Wahlkampfes. Aus Kreisen der Demokraten war zuletzt zu hören, dass Axelrod "Chefberater" von Obama werden könnte. Möglicherweise wird er auch Parteichef der Demokraten. Fest steht jedoch, dass Axelrod nach dem erfolgreichen Wahlkampf eine Schlüsselstellung in Washington einnehmen wird.
Obama hat bis zum 20. Jänner, dem Tag seines Amtsantritts, Zeit, um seine Führungsmannschaft und sein Kabinett zu formen. Bis zu 3000 Führungskräfte und Spitzenbeamte der Regierung George W. Bush könnten, wie in solchen Fällen üblich, ausgetauscht werden.
(apa/red)
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