Jeder achte Österreicher armutsgefährdet:
Spenden um zehn Prozent zurückgegangen
- Caritas: "Weniger Geld für mehr Menschen aufteilen"
- Drittes Konjunkturpaket für Sozialschwache gefordert

Rund 5,6 Prozent der österreichischen Bevölkerung leben in akuter Armut. Jeder Achte gilt als armutsgefährdet, was bedeutet, mit weniger als 893 Euro netto im Monat auskommen zu müssen. Diese Zahlen hat Caritaspräsident Franz Küberl zum Start der Caritas-Inlandshilfekampagne 2008 bei einer Pressekonferenz in Wien in Erinnerung gerufen. Die Spenden der Caritas sind heuer um bis zu zehn Prozent zurückgegangen. "Gleichzeitig nimmt die Zahl der Hilfesuchenden zu", zeigte sich Küberl besorgt.
"Die Leute rennen uns die Türen ein. Der Ansturm, der üblicherweise vor Weihnachten einsetzt, hat in einigen Diözesen heuer schon bedeutend früher begonnen", sagte der Caritaspräsident. "Wir müssen weniger Geld für mehr Menschen aufteilen." Die Caritas könne nur Überbrückungshilfe leisten und nicht anstelle des Staates Existenzsicherung gewährleisten. "Wir müssen den Staat erinnern, was er zu tun hat", sagte Küberl.
Konjunkturpaket für Sozialschwache gefordert
Die finanziellen Sorgen der Menschen haben sich geändert. "War es früher der Schulskikurs, sind es heute offene Mieten oder leere Kühlschränke", betonte Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. Er forderte ein drittes Konjunkturpaket für Sozialschwache. Eine bedarfsorientierte Existenzsicherung, Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz beim Wohnbau und ein Sozialtarif der Energieanbieter für einkommensarme Haushalte sollen Bestandteile eines solchen Konjunkturpaketes sein. Außerdem forderte Landau die Einführung der Spendenabsetzbarkeit. Österreich gehöre im internationalen Vergleich bei der Spendenabsetzbarkeit zu den Schlusslichtern.
Am 13. November startet in ganz Österreich die "Eine Million Sterne"-Aktion. Viele Plätze werden durch Tausende von Kerzen als sichtbares Signal gegen Armut beleuchtet.
(apa/red)
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