Harte Kritik an ÖIAG von VIG-Chef Geyer: Verkauf zu spät, Fristsetzung sehr knapp
- Geyer:"Lehrstück, wie man Verkauf nicht machen soll"
- Schuldennachlass unattraktiv, keine Standortsicherung
·Russen dementieren bindendes Angebot
Interesse an maroder AUA offenbar im Sinkflug
·Harte Kritik an ÖIAG von VIG-Chef Geyer
Wiener Städtischen ist mit
1,4% an AUA beteiligt

Hart ins Gericht mit ÖIAG und Bundesregierung geht in Sachen AUA-Privatisierung der Chef der Wiener Städtischen, Günter Geyer, dessen Versicherungskonzern mit 1,4 Prozent an den Austrian Airlines beteiligt ist. Der ganze Verlauf sei "sehr bescheiden" gewesen, insgesamt habe man "den Verkauf zu spät begonnen, und die Fristsetzung war sehr knapp". Wenn am Ende nur ein Bieter übrig bleibe, "ist das eher ein Lehrstück dafür, wie man es nicht machen soll", sagte Geyer.
Geyer fehlt "das Verständnis" für das "Kalt-Warm" von AUA-Chef Alfred Ötsch, der noch im Februar die Airline als saniert bezeichnet habe, später aber als Sanierungsfall. Andererseits, so Geyer im "Standard"-Interview, dürfe man "die Verantwortung der Regierung nicht unterschätzen: Die ÖIAG ist maßgeblicher AUA-Aktionär, die Regierung als Hauptaktionärsvertreter für die Privatisierung zuständig."
Das Lufthansa-Angebot an die ÖIAG über einen Cent pro AUA-Aktie sowie maximal 4 Euro je Aktie für die Kleinaktionäre und einen massiven Schuldennachlass bezeichnet der Generaldirektor der Vienna Insurance Group (VIG) als "aus österreichischer Sicht unattraktiv". Die Standortsicherung bleibe völlig ungelöst. Zu klären sei, dass es die Geldhilfe "nur einmal" gebe "und die AUA kein Fass ohne Boden wird".
Was anderes sei es, wenn man das Geld-"Geschenk" an eine Standortgarantie binde: "Der Käufer muss eine Garantie für einen längeren Zeitraum geben", so Geyer, "damit die Flughäfen Wien und eventuell Bratislava Drehkreuze bleiben, ja ausgebaut werden. Das ist viel Geld wert."
Bezüglich des eigenen 1,4-prozentigen Anteils an der AUA "warten wir ab und lassen uns alle Möglichkeiten offen: verkaufen, Anteil erhöhen, drinbleiben", so Geyer: "Für uns dreht sich alles um die Standortsicherung."
Um 11.15 Uhr lagen die AUA-Aktien an der Wiener Börse heute mit 2,70 Euro um 30 Cent oder 12,5 Prozent über dem Vortagesschluss. (apa/red)

