Freitag, 31. Oktober 2008

Kleinkind wird Opfer einer Drogenspritze:
Dreijähriger verletzt sich an einer Nadel

  • Bub wird gegen mögliche HIV-Infektion behandelt
  • Spritze auf Suchtmittel und Krankheiten untersucht

Ein Dreijähriger hat sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Kalsdorf an einer weggeworfenen Suchtgiftspritze verletzt. Sie sei zuvor von einem unbekannten Drogenkonsumenten benutzt worden, teilte die Polizei mit. Der Bub wird nun vier Wochen lang prophylaktisch behandelt, um die Gefahr einer HIV- bzw. einer Hepatitis-Infektion zu bannen.

Der Dreijährige besuchte gemeinsam mit seiner 30-jährigen Mutter und seinem 60-jährigen Großvater ein Gasthaus beim Kalsdorfer Bahnhof. Auf dem Weg zurück zum Auto lief der Bub voraus. Dabei entdeckte er die Spritze und stach sich mit der Nadel in den rechten Zeigefinger. Mutter und Großvater hegten sofort den Verdacht, dass es sich um ein Suchtgiftutensil handeln könnte und suchten mit dem Kind eine Ärztin auf. Der Bub wurde in die Kinderklinik des LKH Graz überstellt und dort ambulant behandelt. Wie Kinderklinikleiter Wilhelm Müller auf APA-Anfrage sagte, werde nun - gemäß den medizinischen Richtlinien - eine vierwöchige prophylaktische Behandlung durchgeführt, um eine Infektion mit Hepatitis oder HIV zu vermeiden.

Spritze wird auf Suchtmittel und Krankheiten untersucht
Gerichtsmediziner stellten indessen fest, dass die Spritze eindeutig von einem Süchtigen stammt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird diese und ein weiteres Injektionsbesteck, das Polizeibeamten im Bahnhofsbereich gefunden haben, nun auf Suchtmittel, übertragbare Krankheiten und DNA untersucht.

Drogenmissbrauch sei bisher kein Thema am Kalsdorfer Bahnhof gewesen, so die lokale Polizeiinspektion. Generell seien aber öffentliche Orte wie Bahnhöfe oder Parkplätze bei Junkies beliebt.
(apa/red)

31.10.2008 11:59