Mittwoch, 15. Oktober 2008

Weltweiter Absatz von PCs steigt weiter:
Größte Nachfrage nach preiswerten Laptops

  • PC-Auslieferungen sind um 15 Prozent gestiegen
  • Absatz bei Mini-Notebooks wächst dabei am stärksten

Der weltweite Absatz von PCs ist dem Marktforscher Gartner zufolge im dritten Quartal weiter stark gewachsen. Global sei die Zahl der Auslieferungen in den Monaten Juli bis September im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 80,6 Mio. Geräte gestiegen, teilte die Marktforschungsfirma mit. Größter Nachfragetreiber seien kleine und billige Laptops gewesen. "Vor allem der Absatz bei Mini-Notebooks ist weltweit stark angestiegen, unterstützt von einem robusten Wachstum in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA)", erklärte Gartner-Analyst Mika Kitagawa.

In Nordamerika habe die wirtschaftliche Krise ein höheres Interesse bei den kostengünstigeren Geräten für unter 500 Dollar (364 Euro) ausgelöst, berichteten die Marktforscher weiter. Da die Mini-Notebooks jedoch noch ein relativ neuer PC-Bereich seien, sei es zu früh zu sagen, ob diese Geräte neue Marktchancen eröffneten oder deren Absatz nur auf Kosten der bereits bestehenden günstigeren Geräte wachse.

Weltmarktführer Hewlett-Packard (HP) verteidigte den Angaben zufolge seine Position als Nummer eins vor Dell und der Taiwaner Acer. In Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) überholten die Asiaten allerdings erstmals HP aufgrund seines Mini-Notebook-Angebots. "HP hat die Markteinführung seines Mini-Notebooks verschoben, weil es eine Kannibalisierung seiner bestehenden Laptop-Palette fürchtet, und unterschätzt, dass Acer seinerseits seine Modelle so schnell in den Handel bringt", erklärte Analyst Ranjit Atwal.

Als Überraschungsgewinner entpuppte sich die Taiwaner Asus. Der Erfolg deren Netbooks "EeePC" katapultierte sie in der Region EMEA innerhalb eines Quartals unter die Top 4. Der größte europäische Computer-Hersteller Fujitsu Siemens Computers spielt hinsichtlich beim Absatz demnach keine Rolle mehr.

Trotz des Verkaufszuwachses in der EMEA-Region von fast 26 Prozent auf 28,9 Millionen Rechner könnte für die Hersteller das Umsatzplus deutlich geringer ausfallen. Die Unternehmen hätten seit Jahresbeginn die Verkaufspreise stetig gesenkt, erklärte Atwal. Der Preiskampf habe sich durch die Mini-Laptops noch verstärkt. "Der Preisverfall wird auch im vierten Quartal als Folge der Sorgen vor einer weltweiten Wirtschaftskrise anhalten und sich in allen PC-Marktsegmenten niederschlagen."
(apa/red)

15.10.2008 14:34