Donnerstag, 16. Oktober 2008

ATX gibt auch noch weiterhin stark nach:
Europäer befinden sich in Rezessionsangst

  • Starke Befürchtungen eines weltweiten Abschwungs
  • Dramatische Kursverluste an europäischen Börsen

Weiter nach unten hat sich die Kursspirale am Wiener Aktienmarkt im Späthandel gedreht. Der ATX schloss um 8,35 Prozent tiefer bei 2.080,62 Zählern in der Nähe eines Mehrjahrestiefs. Die anderen europäischen Aktienmärkte mussten ebenfalls Kursverluste hinnehmen. Der DAX in Frankfurt notierte um 12.20 Uhr mit einem Minus von 2,42 Prozent, der FT-SE-100 der Börse London um 3,22 Prozent.

Am vergangenen Freitag war der ATX auf Schlusskursbasis auf 2.002,05 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2004 gefallen. OMV brachen im Späthandel um 14,66 Prozent auf 24,74 Euro ein. Die Titel hatten sich am Vortag einem Händler zufolge in einem schwachen Umfeld recht gut gehalten. Erste Group fielen um 10,0 Prozent auf 24,30 Euro. Beide Unternehmen zusammen kosteten den ATX 120 Punkte.

Auch Wienerberger und Andritz lasteten schwer auf dem Leitindex. So reduzierten sich die Aktien des Ziegelherstellers um 10,12 Prozent auf 14,57 Euro und jene von Andritz um 10,95 Prozent auf 18,70 Euro. Der Maschinenbauer hatte erst heute bekanntgegeben, dass sich die Auswirkungen der aktuellen Krise auf Umsatz und Ergebnis 2009 in "engen Grenzen" halten werde, so Konzernchef Wolfgang Leitner.

Klare Verluste mussten neben Frankfurt und London auch die Märkte in Paris und Zürich hinnehmen. Der CAC-40 sank bis Mittag um 4,00 Prozent. In Zürich gab der SPI um 1,83 Prozent nach. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 3,67 Prozent.

Die Kurse wurden von Rezessionsängsten belastet. Die Befürchtungen eines weltweiten Abschwungs führten deswegen vor allem zu Abschlägen bei den Rohstofftiteln - wie etwa die OMV, deren Kurs um 17,56 Prozent auf 23,90 Euro einbrach.

(apa/red)

16.10.2008 17:51