ÖFB-Elf triff im Schlüsselspiel auf Serbien:
Teamchef Brückner gibt sich zuversichtlich
- "Gegen starke Gegner spielen wir immer besser"
- Warnt vor Spielstärke und Standards des Gegners

·ÖFB-Elf steht gegen Serbien unter Druck
Nach Färöer-Pleite muss unbedingt ein Sieg her
·Jan Kocian verteidigt Teamchef Brückner
"Nicht sein Stil, sich in VIP-Räumen zu zeigen"
·Prohaska und Stöger kritisieren Brückner
"Bei der EURO haben wir besseren Fußball gespielt"
·Südafrika für ÖFB weiter weg denn je
Neue Färöer-Blamage mehr als nur Rückschlag
·Wieder Watsch'n für ÖFB auf den Färöer
Österreich blamiert sich in der WM-Quali mit 1:1
·news.at-Kommentar: Alles Ansichtssache
Färöer, Jörg Haider & ein veränderter Blickwinkel
Das österreichische Fußball-Nationalteam steht vor einem Schlüsselspiel in der WM-Qualifikation. Mit einem negativen Ergebnis heute (20.30 Uhr/live auf news.at) im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien gegen Serbien dürfte der Zug zur WM 2010 in Südafrika ohne den ÖFB abgefahren sein - und das bereits nach vier Spielen. Teamchef Karel Brückner lässt sich von der prekären Situation allerdings nicht aus der Ruhe bringen.
"Ich stehe seit 35 Jahren unter diesem Druck. Wir müssen weiter - ob ohne Druck, oder mit Druck, das ist egal", erklärte der 68-jährige Tscheche. Zuversichtlich macht ihn nach dem blamablen 1:1 auf den Färöern vor allem ein Faktum, das sich wie ein roter Faden durch die jüngere österreichische Fußball-Vergangenheit zieht. "Gegen starke Gegner spielen wir immer besser. Serbien ist ein ganz anderer Gegner als Färöer", betonte Brückner.
Serben voller Selbstvertrauen
Damit hat der Teamchef Recht. Die Serben sind nach einem überzeugenden 3:0 gegen Litauen Tabellenführer, strotzen vor Selbstvertrauen und verfügen rund um Kapitän Dejan Stankovic (Inter Mailand) über ein Team voll von internationalen Klasseleuten. "Das ist ein sehr großer Gegner. Wir müssen uns gut vorbereiten", erklärte Brückner, der die Serben mit einem offensiv ausgerichteten 4-4-2 erwartet. Ihr zweites Grundsystem ist ein 4-1-4-1.
"Sie sind in beiden Systemen sehr stark", versicherte Brückner, der den Gegner ausgiebig auf Video studiert hat. Besonders warnte der Tscheche neben den spielerischen Qualitäten von Stankovic sowie der starken rechten Angriffsseite mit Chelsea-Außenverteidiger Branislav Ivanovic und Milos Krasic (ZSKA Moskau) vor den Standardsituationen der Serben. "Sie haben zuletzt fast alle ihre Tore so gemacht", erinnerte Brückner-Assistent Jan Kocian.
Österreicher setzen auf Standardsituationen
Standards - auch die Stärke der Österreicher. Seit mittlerweile sieben Spielen hat das ÖFB-Team kein Tor mehr aus dem Spiel heraus erzielt. Zuletzt war das Martin Harnik im finalen EM-Testspiel im Mai gegen Malta (5:1) gelungen. Gegen Serbien fehlt der Flügelflitzer von Werder Bremen wegen eines Bändereinrisses im Sprunggelenk. "Wir werden aber auch dieses Problem gut lösen können", meinte Kocian. Erster Kandidat auf der Harnik-Position ist Andreas Hölzl von Sturm Graz.
Brückner könnte sogar mit einem zweiten Stürmer überraschen - Erwin Hoffer neben Marc Janko. Diese Variante gilt allerdings als unwahrscheinlich, hat sie der Teamchef bisher von Beginn an doch nur auf den Färöern angewandt. "Das war aber nicht System-Problem", kommentierte der 68-Jährige das 1:1 von Torshavn, das er schnellstmöglich aus den Köpfen der Spieler zu bringen versuchte. "Für uns ist das schon weg. Wir müssen die Gedanken in eine positive Richtung lenken."
Kritik lässt Brückner ungerührt
Von der zuletzt vorsichtig aufkommenden öffentlichen Kritik zeigte sich Brückner unberührt. "Ich lese nicht", schmunzelte der Trainerfuchs. "So etwas ist mir egal." Dennoch erwartet sein engster Vertrauter eine Reaktion der Mannschaft. "Es ist unsere Pflicht, unsere bessere Seite zu zeigen - wie gegen Frankreich", meinte Kocian, warnte aber ebenfalls vor der Spielstärke des Gegners. "Die Balkan-Schule ist bekannt. Die Serben sind die europäischen Brasilianer, wie man sie nennt. Aber sie können auch kämpfen."
Mögliche Aufstellungen Österreich - Serbien
Ernst-Happel-Stadion, 20.30 Uhr/live auf news.at, SR Michael Riley/ENG
Österreich: Manninger (Juventus Turin/31 Länderspiele/39 Gegentore) - Garics (Atalanta Bergamo/18/1 Tor), Prödl (Werder Bremen/16/2), Stranzl (Spartak Moskau/52/3), Pogatetz (Middlesbrough/34/2) - Aufhauser (Salzburg/56/12), Scharner (Wigan Athletic/19/0) - Hölzl (Sturm Graz/1/0), Ivanschitz (Panathinaikos Athen/46/7), Fuchs (Bochum/22/0) - Janko (Salzburg/5/2)
Ersatz: Macho (AEK Athen/17 Länderspiele/15 Gegentore), Schranz (Austria Kärnten/6/4) - Gercaliu (Salzburg/13/0 Tore), Standfest (Austria/33/2), Säumel (Torino/16/0), Arnautovic (Twente Enschede/1/0), Hoffer (Rapid/7/0), Kienast (Helsingborg/10/1), Maierhofer (Rapid/3/0)
Es fehlen: Harnik (Bändereinriss im Sprunggelenk), Özcan (Kapselverletzung im Knie), Leitgeb (Meniskus-Operation), Korkmaz (rekonvaleszent nach Mittelfußknochenbruch)
Serbien: Stojkovic (Sporting Lissabon/19 Länderspiele) - Ivanovic (Chelsea/15/3 Tore), Vidic (Manchester United/34/2), Krstajic (Schalke 04/59/3), Obradovic (Partizan Belgrad/2/0) - Kuzmanovic (Fiorentina/14/2) - Krasic (ZSKA Moskau/14/1), Stankovic (Inter Mailand/76/13), Jankovic (FC Genoa/18/4), Jovanovic (Standard Lüttich/10/1) - Pantelic (Hertha BSC/21/3)
Ersatz: Disljenkovic (Metalurg Donezk/3), Isailovic (Cukaricki Belgrad/0) - Rukavina (Borussia Dortmund/13/0), Djuric (Vojvodina Novi Sad/0), Lukovic (Udinese/9/0), Babovic (Nantes/4/0), Tosic (Partizan Belgrad/9/0), Milijas (Roter Stern Belgrad/2/0), Ninkovic (Dynamo Kiew/0), Kacar (Hertha BSC/5/0), Lazovic (PSV Eindhoven/23/6), Mrdja (Vojvodina Novi Sad/0), Zigic (Valencia/32/14)
Es fehlt: Dragutinovic (Muskelverletzung im Oberschenkel)
(apa/red)
