CERA: Neues EPO-Dopingmittel der dritten Generation kann jetzt nachgewiesen werden
- CERA baut sich langsamer im Körper ab als EPO
·"Bin da der falsche
Ansprechpartner"
Zitate von Bernhard Kohl
zum Thema Doping
·"Für mich ein absolut
negatives Erlebnis"
REAKTIONEN zu Bernhard
Kohls Dopinggeständnis
·IHRE MEINUNG zum
Geständnis von Kohl
Gibt CERA-Doping bei Tour de France 2008 zu
·CERA: EPO-Doping der 3. Generation
Verfeinerter Test kann Blutdoping nachweisen
·Aufstieg und Fall des "Tour-Helden" Kohl
Besessener Trainierer mitten im Doping-Sumpf
·Sieben Fahrer bei Tour 2008 ertappt
Rekordzahl von Doping-
Fällen. Kohl einer davon
Das als Dopingmittel verwendete CERA - ein biotechnologisch hergestelltes EPO-Präparat der dritten Generation - baut sich weniger schnell im Körper ab als seine Vorgänger. EPO musste ein bis zweimal pro Woche injiziert worden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, bei CERA ist dies nur alle drei bis vier Wochen nötig.
CERA lässt sich mit einem verfeinerten EPO-Test nachweisen, der Hersteller Hoffmann-La Roche hat der Welt-Anti-Doping-Agentur schon früh Informationen über Möglichkeiten des Nachweises zur Verfügung gestellt. Das französische Labor Chatenay-Malabry hat einen Bluttest entwickelt, mit dem CERA sicher nachgewiesen werden kann. Mit diesem Test wurden bereits vier Fahrer der heurigen Tour de France - Riccardo Ricco, Leonardo Piepoli (beide ITA), Stefan Schumacher (GER) und Bernhard Kohl - überführt, die letzteren drei bei nachträglichen Kontrollen und vorerst nur in der A-Probe.
EPO (Erythropoietin) ist ein Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen stimuliert. Mit EPO als Dopingmittel kann der Körper mehr Sauerstoff in die Muskeln transportieren. Bei EPO der ersten Generation war das Hormon unverändert, bei der zweiten Generation waren einige Bausteine ausgetauscht worden, und bei der dritten Generation wurde es an eine Trägersubstanz gebunden.
Der Wirkstoff CERA (Continuous Erythropoietin Receptor Activator) wurde von Hoffmann-La Roche zur Behandlung von Blutarmut bei Nierenkranken entwickelt und ist unter dem Produktnamen Mircera erhältlich. Als Nebenwirkung führt die Rote Liste der Arzneimittel 2008 unter anderem Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Hirnveränderungen an. Und sie gibt die ausdrückliche Warnung: "Missbräuchliche Verwendung durch gesunde Personen kann zu einem exzessiven Anstieg des Hämoglobins führen, der lebensbedrohliche Herzprobleme zur Folge haben kann." Mircdera wurde im Juli 2007 in der Europäischen Union als Medikament für Patienten zugelassen.
(apa/Red)
