Bitterste Pleite statt historischem Erfolg: U21-Team verpasst die EM-Qualifikation
- Zsak: "Besseres Team muss zu Hause bleiben"
- Technischer ÖFB-Direktor Ruttensteiner: "Furchtbar"

·Träume der ÖFB- U21
zerplatzen an Finnland
Elfmeterschießen schließt schwaches Finish ab
Das Rückspiel des österreichischen U21-Nationalteams im EM-Play-off in Finnland hat tatsächlich historische Dimensionen angenommen - allerdings nicht in der vom ÖFB gewünschten Form. Statt der erstmaligen Teilnahme an der wichtigsten Nachwuchs-EM-Endrunde gab es für die rot-weiß-roten Jung-Kicker mit dem 2:4 im Elferschießen in Turku die wohl schmerzlichste Niederlage einer heimischen Junioren-Auswahl überhaupt.
Teamchef Manfred Zsak war von dem Keulenschlag gezeichnet. "Es ist bitter, wenn man so ausscheidet", sagte der Niederösterreicher mit Blick auf die Gegentore in der 80. und 90. Minute, wodurch das 2:1 aus dem Hinspiel egalisiert worden war. "Ich habe schon geglaubt, dass wir das noch rüberbringen, aber vielleicht hat auch das nötige Glück gefehlt. Meiner Meinung nach muss die bessere Mannschaft zu Hause bleiben. Ich glaube, wir würden bei der EM mehr Punkte machen."
Ausschließlich auf Pech wollte Zsak das Ausscheiden aber nicht zurückführen. "Wir haben nicht so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe, haben unnötige Fehler und zu wenig im Spiel nach vorne gemacht. Wir haben unsere Stärken vermissen lassen, oft nicht agiert, sondern nur reagiert", kritisierte der Coach. Außerdem sei der gesperrte Kapitän Franz Schiemer stark abgegangen. "Er ist für mich der wichtigste Spieler in der Mannschaft, man hat gemerkt, dass hinten ein Chef gefehlt hat. Vielleicht hätten wir mit ihm auch zwei Tore bekommen, aber wir wären sicherer gestanden."
Keine großen Vorwürfe
Auf allzu große Vorwürfe an seine Spieler verzichtete Zsak jedoch - zu schön seien die rund zwei Jahre gewesen, in denen er mit den Junioren zusammenarbeitete. "Es wird eine Zeit dauern, bis sie das alles verkraftet haben. Doch ich bin mir sicher, dass der eine oder andere den Sprung ins A-Team schaffen und bei seinem Verein eine große Karriere machen wird."
Der trotz der verpassten EM-Teilnahme offensichtliche Aufwärtstrend in praktisch allen Fußball-Altersklassen ist für Zsak nicht nur der Verdienst des ÖFB, sondern vor allem der Clubs. "Die Nachwuchsarbeit bei den Vereinen ist sehr gut geworden, außerdem spielen viele Junge schon in der Kampfmannschaft. Wenn das so weitergeht, werden wir noch viele schöne Tage erleben", betonte Zsak.
Vorerst aber werden die Wunden nach einer "furchtbaren Niederlage" geleckt, wie es der nach Turku mitgereiste Technische ÖFB-Direktor Willi Ruttensteiner formulierte. "Das war das Bitterste, was ich bisher im Fußball erlebt habe. Diese Spieler hätten es sich verdient gehabt, nach Schweden zu fahren, und es wäre für ihre Entwicklung extrem wichtig gewesen, auf so einem Level zu spielen", meinte der Oberösterreicher.
(apa/red)
