Eine Milliarde Menschen leidet an Hunger:
Afrikanische Länder am stärksten betroffen

  • Dürre, Krieg und gestiegene Nahrungsmittelpreise
  • Finanzmarkt-Hilfe fehlt nun bei Hungerbekämpfung

Rund um den Globus leiden derzeit fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen, wie aus dem Welthunger-Index 2008 hervorgeht, den das Washingtoner Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) und die Welthungerhilfe vorstellten.

Am schwersten von Hunger betroffen sind demnach afrikanische Länder südlich der Sahara. Schlusslichter in dem Index bilden Äthiopien, Burundi, Eritrea, Liberia, Sierra Leone, Niger und die Demokratischen Republik Kongo. Dem Index zufolge herrscht insgesamt in 33 der 88 untersuchten Länder eine "sehr ernste" oder "gravierende Hungersituation".

17 Millionen Menschen sind allein in Äthiopien, Somalia und Kenia von einer massiven Hungerkrise betroffen. Darauf machte die Hilfsorganisation CARE anlässlich des Welternährungstags aufmerksam.

Finanzkrise verschärft Situation
"Dürre, Krieg und die enorm gestiegenen Nahrungsmittelpreise haben diese Länder in den vergangenen Wochen schon massiv getroffen. Durch die aktuelle Finanzkrise wird sich die Situation für die Ärmsten der Armen weiter verschärfen. Es ist zu befürchten, dass die Hilfe, die nun in die Finanzmärkte fließt, bei der Bekämpfung von Hunger und Armut fehlen wird", erklärte Ulrike Schelander, die Geschäftsführerin von CARE Österreich.

In Äthiopien sind derzeit 6,4 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Somalia ist mit der schlimmsten Hungerkrise seit den frühen neunziger Jahren konfrontiert, die Hälfte der Bevölkerung leidet Hunger. Seit 2006 hat sich die Zahl der Menschen, die am Rande einer Hungerkatastrophe leben, auf 220 Millionen verdoppelt. CARE fordert mehr Augenmerk auf Präventionsmaßnahmen und langfristige Nahrungsmittelprogramme.
(apa/red)

14.10.2008 14:00
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