Kambodscha droht Thailand mit Krieg:
Säbelrasseln bei Konflikt um Grenzregion
- Hun Sen: "Eine Schlachtzone auf Leben und Tod"
- Thailändische Truppen ziehen sich aus Gebiet zurück

Nach einer martialischen Drohung aus Kambodscha haben sich thailändische Truppen offenbar aus einer zwischen den beiden Staaten umstrittenen Grenzregion zurückgezogen. Damit habe sich die Situation entspannt, sagte der thailändische General Yim Pin. Zuvor hatte der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen dem Nachbarland ein Ultimatum gestellt, seine Truppen aus der Region bei Preah Vihear abzuziehen, andernfalls werde es dort eine "Schlachtzone auf Leben und Tod" geben. Er habe jetzt die kambodschanischen Generäle angewiesen, "die volle Verantwortung für dieses Gebiet zu übernehmen".
Die Streitigkeiten waren bereits im Juli eskaliert, beide Länder verlegten mehrere hundert Soldaten an die Grenze. Nach jahrzehntelangen Differenzen hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) 1962 geurteilt, dass die berühmten Tempelruinen von Preah Vihear - erbaut wurde die Anlage im 11. Jahrhundert unter dem Khmer-König Suryavarman I. - zu Kambodscha gehört. Der Haupteingang liegt allerdings auf thailändischer Seite. Die Haager Richter bezogen sich auf eine Landkarte, mit der die französische Protektoratsmacht in Indochina Anfang des vorigen Jahrhunderts die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha festlegen wollte. Thailand, das im Zweiten Weltkrieg Teile Kambodschas besetzt hatte, bezog sich auf eine andere historische Karte, akzeptierte aber das IGH-Erkenntnis. Bangkok unterstützte zuletzt die Aufnahme von Preah Vihear in das UNESCO-Weltkulturerbe. Der thailändischen Regierung brachte das jedoch innenpolitisch den Vorwurf ein, nationales Kulturgut aufzugeben.
Bei einer Schießerei am 3. Oktober wurden dort zwei thailändische und ein kambodschanischer Soldat verletzt. Beide Seiten beschuldigten sich danach gegenseitig, für den Zwischenfall verantwortlich zu sein. Am Montag war der thailändische Außenminister Sompong Amornwiwat in Phnom Penh, um mit seinem Ressortkollegen Hor Namhong über den Konflikt zu sprechen.
(apa/red)
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