Iran strebt Platz im UN-Sicherheitsrat an:
Als Gegenkandidat um Platz gegen Japan
- Einzug zusammen mit Österreich unwahrscheinlich
- Westliche Staaten lehnen Kandidatur des Iran ab

·Gusenbauer buhlt um
Platz im Sicherheitsrat
Bundeskanzler setzt sich
bei UNO für Österreich ein
Der Iran bewirbt sich in Konkurrenz zu Japan um den Asien zustehenden Sitz als nicht-ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrats. Für Beobachter ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Österreich - sollte es bei der Abstimmung am kommenden Freitag in den UN-Sicherheitsrat gewählt werden - ab 1. Jänner gemeinsam mit der Islamischen Republik im höchsten Gremium der Vereinten Nationen vertreten sein wird.
Allerdings erhielt der Iran die "einstimmige Unterstützung" der in der Inter-Parlamentarischen Union Islamischer Länder (ICIPU) vertretenen Staaten, wie die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Sie berief sich dabei auf ein bei einem Treffen in Genf verabschiedetes Kommunique.
Am Freitag wählt die UN-Vollversammlung in geheimer Abstimmung fünf neue nicht-ständige Mitglieder des Weltsicherheitsrates für die Sitzungsperiode 2009/10. Insgesamt sind in dem Gremium fünf ständige Mitglieder - die Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie zehn nicht-ständige Mitglieder vertreten.
Für zwei freigewordene, der "westeuropäischen Gruppe" zustehende Sitze kandidieren Österreich, die Türkei und Island. Für Afrika tritt Uganda an, Mexiko für Lateinamerika. Belgien, Indonesien, Italien, Panama und Südafrika scheiden aus dem Sicherheitsrat aus. Noch für ein Jahr behalten Burkina Faso, Costa Rica, Kroatien, Libyen und Vietnam ihren Sitz.
Diplomaten gehen davon aus, dass nicht einmal der Iran damit rechnet, sich gegen die Wirtschaftsgroßmacht Japan durchzusetzen. Zudem lehnen westliche Staaten, allen voran die USA und Israel, einen Einzug Teherans in das höchste UN-Gremium ab, vor allem wegen des vom Weltsicherheitsrat mehrfach verurteilten Atomprogramms. Auch die arabischen Golfstaaten sehen die iranischen Rüstungsanstrengungen mit Misstrauen.
Allerdings könnten erbitterte Gegner der USA wie Venezuela oder andere lateinamerikanische Staaten die iranische Bewerbung unterstützen, um Washington zu verärgern. Einen Sieg Japans schon in der ersten Abstimmungsrunde dürften sie aber kaum verhindern können.
(apa/red)
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