Dörfler bleibt bei der alten Ortstafel-Politik:
In Kärnten herrscht 'friedliches Miteinander'
- Für neuen Landes-Chef besteht kein Handlungsbedarf
- Zwei Bundesregierungen konnten Causa nicht regeln

·Gerhard Dörfler soll
Kärntner LH werden
BZÖ nominiert einstimmig
den Haider-Stellvertreter
Der amtsführende Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat zur Frage der zweisprachigen Ortstafeln erklärt, in Kärnten herrsche ein "friedliches Miteinander" der Volksgruppen, aus seiner Sicht gebe es keinen Handlungsbedarf. In einem Interview im ORF-Mittagsjournal meinte Dörfler zu den Vorerhebungen der Justiz in dieser Causa, allein deren Dauer zeige, dass "Jörg Haider und Gerhard Dörfler rechtmäßig gehandelt haben".
Dörfler bezog sich dabei auf die verrückten Ortstafeln bzw. jene, wo die slowenischsprachige Bezeichnung mit kleinen Zusatztaferln montiert worden waren. Wenn überhaupt etwas geschehen solle, sei der Bund am Zug, immerhin hätten es zwei Bundesregierungen nicht geschafft, die Causa zu regeln. Das Ergebnis der Nationalratswahl habe auch gezeigt, dass die radikale Linie des "Rasers und Rechtsverdrehers" Rudi Vouk abgelehnt werde, das Liberale Forum habe mit Vouk als Spitzenkandidaten kaum Stimmen bekommen.
Der ORF-Interviewer hielt dagegen, dass Vouks Tempolimit-Überschreitungen im Ortsgebiet "ein politisches Statement" gewesen seien und fügte hinzu: "Außerdem ist er nicht 140 gefahren." Zu dieser Anspielung auf das Tempo, mit dem Haiders Phaeton von der Straße abgekommen war, meinte Dörfler: "Haider hat sehr schnell gelebt, und jeder, der ehrlich ist, wird zugeben, dass er auch schon einmal zu schnell gefahren ist." Er wies darauf hin, dass auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auf der Autobahn mit 200 km/h unterwegs gewesen sei, "und ich habe ihm das nicht vorgeworfen".
(apa/red)
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