Mittwoch, 8. Oktober 2008

Höhere Stimmlage an fruchtbaren Tagen:
Frauen zeigen damit Bereitschaft zum Sex

  • Auch Hautfarbe verändert sich zur Zeit des Eisprungs
  • Männer sprechen auf süßes Stimmchen vermehrt an

An ihren fruchtbaren Tagen sprechen Frauen mit einer höheren Stimme. Das haben Tests mit 69 Studentinnen und Mitarbeiterinnen der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) gezeigt. Besonders deutlich war die Veränderung der Stimme demnach an den beiden Tagen vor dem Eisprung, der fruchtbarsten Zeit im Monatszyklus, wie die Forscher Gregory Bryant und Martie Haselton im britischen Fachjournal "Biology Letters" berichten. Eine höhere Stimmlage gilt gewöhnlich als attraktiver.

Verschiedene Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass Frauen während ihrer fruchtbaren Tage meist attraktiver wirken. So ist etwa bekannt, dass sich die Hautfarbe bei Frauen zur Zeit des Eisprungs etwas aufhellt, weiche Körperteile wie Brüste, Ohren und Finger symmetrischer werden und Männer Gesicht sowie auch den Körpergeruch einer Frau während deren fruchtbarer Phase anziehender finden. Die jüngste Untersuchung sehen die Forscher nun als Beleg dafür, dass der Eisprung auch die weibliche Stimme verändert.

Stimmsignale in geselligen Situationen
Für die Studie hatten die Kalifornier den Eisprung der Probandinnen im Alter von 18 bis 39 Jahren mit Hormontests gemessen. An Tagen hoher und niedriger Fruchtbarkeit wurden ihre Stimmen aufgenommen. Die Frauen sprachen dabei den Satz "Hi, I'm a student at UCLA" (Hallo, ich bin ein Student an der UCLA) und Vokale wie "E", "A" und "O". Nach Auswertung der Tonfrequenzen schlug sich die Fruchtbarkeit der Sprecherin nur bei dem ganzen Satz in der Stimmlage nieder, nicht aber bei den einzelnen Vokalen. Daraus schließen die Forscher, dass die weiblichen Stimmsignale vor allem in geselligen Situationen Gehör finden.

Dass - männliche wie weibliche - Probanden die Stimme von Frauen an deren fruchtbaren Tagen tatsächlich schöner finden, hatte bereits ein Versuch von Wissenschaftlern der State University of New York in Albany gezeigt. Die im Juni vorgestellte Studie hatte jedoch die genauen Ursachen dafür nicht untersucht.

(apa/red)

8.10.2008 08:27