Der Mythos Karel Brückner
- NEWS war auf Spuren- suche in Olmütz

Das Porträt. Wie tickt Karel Brückner? Was macht ihn so außergewöhnlich? NEWS war auf Spurensuche in Olmütz.
Der Teamchef wird ihnen auch heute wieder ein Rätsel bleiben, ihre Fragen unbeantwortet lassen, ihr Angebot, mit ihnen seine Taktik durchzugehen, wie immer mit einem freundlichen Lächeln ausschlagen. Den Sportreportern bei den Teampressekonferenzen bereitet der Mann mit dem langen, schlohweißen Haar, der stattlichen Figur und dem stechenden Blick seit seinem Arbeitsantritt vor zwei Monaten wenig Freude den Fußballfans hingegen umso mehr. Ein Unentschieden gegen Italien und ein sensationeller Sieg in der WM-Qualifikation gegen Frankreich lassen auch die Niederlage gegen Litauen verschmerzen.
Und nun am kommenden Samstag also die Färöer: der kleine Archipel im Atlantik mit seinen 50.000 Einwohnern, dessen Hobbykicker den Österreichern vor 18 Jahren mit einem 1:0-Sieg eine nationale Schmach zufügten, von der sich eine ganze Fußballnation lange nicht erholte. Karel Brückner weiß das sehr genau, so wie er mittlerweile fast alles über Österreichs Fußball weiß doch erzählen wird er davon auch heute erneut nichts.
Karel Brückner die Sphinx. Wer ist dieser Mann eigentlich, der so karge Kommunikation nach außen betreibt, dass ihn Journalisten bereits mit einer geheimnisvollen Sphinx vergleichen, dem aber gleichzeitig
so viel Genialität nach innen nachgesagt wird? Was ist sein Rezept, sein Geheimnis, sein Masterplan, um Österreich zur WM nach Südafrika zu bringen? Und wie tickt ein Mann, der in einer Zeit, in der schon Provinztrainer Starallüren entwickeln, einfach beschlossen hat, zu schweigen?
Wer nach Antworten auf all diese Fragen sucht, muss dorthin fahren, wo Karel Brückner herkommt. Flaches, fruchtbares Land, gut 200 Kilometer nördlich von Wien, eine Region, von den Tschechen Haná genannt, mit der historischen Metropole Olmütz in ihrer Mitte. Am Rande der Stadt, im Dörfchen Repcín, kam Karel am 13. November 1939 als Sohn eines Stoffwarenhändlers zur Welt. Schon als Sechsjähriger, als der Krieg kaum vorbei war, begann der Bub Fußball zu spielen. Auf einem Aschenplatz gleich hinter dem Haus seiner Eltern kickten wir oft, bis es dunkel wurde, erinnert sich sein damaliger Freund Jan Vavrecka. Später, nachdem Brückner die Maschinenbau-HTL abgeschlossen hatte, arbeitete er als Projektant bei den Eisenhütten Olmütz.
Lesen Sie die komplette Story im aktuellen NEWS-Magazin 41/2008!
