Isländischer Staat am finanziellen Abgrund:
Regierung übernimmt jetzt größte Bank
- Kaupthing-Verkauf zur Sicherung des Bankensystems
- Finanzaufsicht sperrt Kaupthing-Konten in Österreich

·Isländischer Staat steht vor dem Kollaps
Regierung übernimmt Landsbanki per Notgesetz
·EU erhöht Einlagen-
Sicherung auf 50.000
Staaten können weiter gehen. Börsen-Talfahrt
·Kurssturz an Börsen
"mutiert" zum Crash
Finanzkrise: Nikkei und ATX brechen massiv ein
·Volle Garantie bei allen Spareinlagen
Molterer stellt Aufhebung des Limits in Aussicht
·Deutscher 'Sparkurs'
steckt Österreich an
Molterer kündigt höhere Einlagensicherung an
·Staatsgarantie für Sparer in Deutschland
Einlagensicherung steigt über 1.000 Milliarden
Island hat mit Hilfe des vor drei Tagen verabschiedeten Notstandsgesetzes auch die größte Bank des Landes, Kaupthing, unter die Kontrolle der Regierung gestellt. Die Finanzverwaltung des Inselstaats begründete die Maßnahme mit der Notwendigkeit, das Bankensystem des Landes zu sichern.
Die Einlagen der isländischen Kaupthing-Kunden sollen zu 100 Prozent garantiert werden, hieß es. In den vergangenen Tagen hatte Island bereits die anderen beiden isländischen Großbanken, Landsbanki und Glitnir, verstaatlicht. Der nun entmachtete Vorstand von Kaupthing hatte bis zuletzt beteuert, die Bank sei nicht in Schwierigkeiten.
Kredit von bis zu fünf Mrd. Kronen
In Österreich ist Kaupthing erst vor wenigen Wochen mit "Kampfkonditionen" von Einlagezinsen in Höhe von 4,85 Prozent im Jahr gestartet. Am Mittwoch hatte die schwedische Reichsbank der Kaupthing Bank einen Kredit von bis zu fünf Mrd. Kronen (517 Mio. Euro) gewährt, um die Ansprüche schwedischer Kunden und Gläubiger befriedigen zu können. In Schweden waren die Aktien von Kaupthing am Mittwoch um 34 Prozent gefallen, ehe sie vom Handel ausgesetzt wurden. Kaupthing ist international tätig. Für die Einlagensicherung der ausländischen Kunden sind die jeweiligen Staaten verantwortlich.
Österreichische Sparkonten gesperrt
Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat der österreichischen Zweigstelle der Kaupthing Bank mit sofortiger Wirkung die Entgegennahme von Kundengeldern untersagt. Alle Spareinlagen auf österreichischen Konten wurden eingefroren, teilte die FMA mit.
Den Leitern der österreichischen Zweigstelle wurde die Geschäftsführung mit Bescheid vom 8. Oktober teilweise untersagt. Wegen Gefahr in Verzug sei die Hereinnahme von Einlagen und die Überweisung der seit Eröffnung auf einem österreichischen Bankkonto angesammelten Einlagen verboten. Diese Maßnahme gelte laut FMA für die Dauer der Gefährdung, längstens jedoch für 18 Monate.
(apa/red)

