Welt steht am Rande einer Rezession: Welt- weite Aktionen verpufften fast wirkungslos
- US-Handel fürchtet um das Weihnachtsgeschäft
- Berühmter US-Schuldenuhr gehen die Stellen aus
·Kurse der Wiener Börse stürzen ab
Zinssenkungen verpuffen wirkungslos im Handel
·Zinssenkungen in Europa und den USA
PLUS: US-Notenbank kauft Schuldpapiere auf
·Übernahmekampf um US-Bank Wachovia
New Yorker Gericht setzt Verkauf vorerst aus
·Finanzkrise zerstört Dogmen des Marktes
Radikaler Kurswechsel in der US-Wirtschaftspolitik
·Erinnerungen an den Schwarzen Montag
1987 erschütterte Krise der US-Börse die Welt

Trotz der konzertierten Zinssenkung führender Notenbanken haben die Börsen weltweit weiter verloren. Die Wall Street schloss den sechsten Handelstag hintereinander mit deutlichem Minus. Nach einer nervösen Berg- und Talfahrt verpuffte am Ende die Wirkung der weltweit abgestimmten Aktion weitgehend. Die Kurse belastete auch eine düstere Prognose des Internationalen Währungsfonds IWF, der die Weltwirtschaft am Rande einer Rezession sieht.
Der Dow-Jones-Index verlor 2,00 Prozent auf 9258,10 Punkte. Der S&P-500-Index gab um 1,13 Prozent auf 984,94 Punkte nach. Der NASDAQ-Index fiel um 0,83 Prozent auf 1740,33 Punkte.
In der letzten Handelsstunde hatte nach zuvor guten Gewinnen erneut ein Ausverkauf eingesetzt. Die US-Märkte teilten damit das Schicksal der Börsen in anderen Ländern, wenngleich in den USA die Verluste geringer ausfielen. Den Anlegern fehle das Vertrauen, sagten Börsianer. Daher hätten sie die Gewinne zum Schluss lieber mitgenommen und wieder Aktien verkauft.
Sorge ums Weihnachtsgeschäft
In Folge der Finanzkrise fürchtet der US-Handel nun um das Weihnachtsgeschäft, wo viele Branchen einen Löwenanteil ihres Jahresumsatzes machen. Die Käuferzurückhaltung ist bereits spürbar, im September mussten Kaufhausketten wie Saks zweistellige Umsatzrückgänge hinnehmen. Lediglich Diskonter konnten etwas zulegen, Costco steigerte den Umsatz sogar um 9 Prozent.
Besonders an jenem Tag, als das Repräsentantenhaus den Rettungsplan für die US-Finanzbranche ablehnte, verging den amerikanischen Konsumenten die Kauflust: So ging die Frequenz in den großen Einkaufszentren landesweit um 12 Prozent zurück, berichtet die "Washington Post". Der Rettungsplan wurde schließlich doch angenommen.
Kurioses Detail am Rande
Der berühmten Schuldenuhr in New York gehen die Stellen aus, um mit der Rekordverschuldung noch Schritt halten zu können. Als kurzfristige Abhilfe wird nun das Dollarzeichen auf der Anzeigetafel zu einer Eins an der ersten Stelle der neuen Schuldenzahl umfunktioniert (siehe großes Bild). Die Uhr misst die rasant steigende Verschuldung der USA derzeit mit 10,2 Billionen Dollar (7.428 Mrd. Euro). Die Betreiber der riesigen Uhr, die Immobilienunternehmerfamilie Durst, will im nächsten Jahr die Schuldenuhr gleich um zwei Stellen erweitern.
(apa/red)

