Scharner zieht ÖFB momentan Wigan vor:
Streit mit Trainer Bruce trübt Klima bei Club
- Teilnahme an Frankreich-Spiel verursachte den Zwist
- Gegen Färöer Platz im defensiven Mittelfeld erwartet

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vor "blauem Wunder"
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Spiel gegen die Färöer
Magen-Darm-Erkrankung
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'Das war die erste deftige
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Handball-Mannschaft"
ÖFB-Team tritt gegen
ein Abwehrbollwerk an
Verkehrte Welt. Der einstige Rebell Paul Scharner fühlt sich im österreichischen Fußball-Nationalteam plötzlich pudelwohl - wohler sogar als bei seinem englischen Club Wigan Athletic. Dort steht der 28-Jährige auf Kriegsfuß mit Trainer Steve Bruce. Der Grund: Scharner hatte trotz einer Knöchelverletzung Anfang September den Auftakt der WM-Qualifikation gegen Frankreich (3:1) bestritten - gegen den Willen seines Clubtrainers.
"Daher verstehe ich mich im Moment nicht so gut mit ihm. Ich hätte seiner Meinung nach gegen Frankreich noch nicht spielen sollen. Die Atmosphäre ist getrübt, anscheinend ist er nachtragend", erklärte Scharner. Denn Bruce hatte den Defensiv-Allrounder in den jüngsten drei Premier-League-Spielen zuletzt zweimal auf die Bank gesetzt. Dabei hatte Scharner erst im Sommer seinen Vertrag in Wigan bis 2011 verlängert. "Als Führungsspieler", wie er betonte.
Wie lange der kleine Machtkampf anhalten könnte, darüber wollte sich Scharner, der sich die Verletzung bei seinem Team-Comeback im Testspiel gegen Italien (2:2) zugezogen hatte, nicht den Kopf zerbrechen. "Es ist ein Kräftemessen zwischen zwei Personen. Wir werden sehen, wie lange das noch dauert", erklärte der Niederösterreicher. "Derzeit fahre ich jedenfalls sehr gerne zum Nationalteam. Die Rückreise trete ich weniger gerne an. Vor zwei Jahren war das noch umgekehrt."
Auch gegen Färöer wohl im Mittelfeld
Im August 2006 hatte Scharner nach einem Länderspiel gegen Ungarn (1:2) unter Teamchef Josef Hickersberger mit Hinweis auf das Niveau der Mannschaft angekündigt, nie mehr für Österreich spielen zu wollen. Der Rücktritt, den Scharner etwas mehr als ein Jahr später revidierte, kostete den England-Legionär unter anderem die EURO 2008. Unter Hickersberger-Nachfolger Karel Brückner scheint der Rebell nun wieder bestens integriert.
"Ich fühle mich wirklich sehr wohl im Team. Es passt alles", versicherte Scharner. Im Gegensatz zum Club, wo er hauptsächlich auf seiner bevorzugten Position in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt, spielte der Allrounder unter Brückner dreimal im defensiven Mittelfeld. Diese Rolle scheint auch für das Gastspiel auf den Färöern vorgesehen zu sein. "Die Anzeichen deuten darauf hin, dass ich wieder im Mittelfeld spiele", verriet Scharner - auf Kosten von Torino-Legionär Jürgen Säumel vermutlich als einziger im Defensivbereich.
(apa/red)
