Dienstag, 7. Oktober 2008

Brückner fordert "Druck, Druck, Druck":
Färöer mit mehreren Sturmspitzen knacken

  • Erstmals mit zwei oder drei echten Angreifern
  • Brückner: "Müssen auch dieses Spiel beherrschen"

Österreichs Fußball-Teamchef Karel Brückner hat für das Gastspiel auf den Färöern eine Abkehr von seinem bisherigen Spielsystem angekündigt. "Wir werden mit zwei oder drei Stürmern im Strafraum spielen", erklärte der Tscheche im Teamcamp in Lindabrunn. Zuletzt hatte Brückner stets nur mit einer groß gewachsenen Solospitze agiert, am Samstag in Torshavn soll sich das aber ändern.

Das ÖFB-Team ist zum Siegen verdammt, will man die Chance auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation am Leben erhalten. "Wir müssen von der ersten Minute an Druck machen - Druck, Druck, Druck", forderte Brückner. Den zu erwartenden Defensivwall der Färöer will er über die Flügel und mit seinen groß gewachsenen Strafraumstürmern knacken. Vier stehen ihm dabei zur Auswahl - Marc Janko, Roman Kienast, Stefan Maierhofer und Debütant Marko Arnautovic.

Janko verpasste allerdings auch das zweite Training, weil er sich in München am Sprunggelenk hatte behandeln lassen. Die Nummer eins im ÖFB-Sturm wurde noch in Lindabrunn erwartet. Mit Janko hatten die Österreicher im Test gegen Weltmeister Italien (2:2) und dessen Vize Frankreich (3:1) überrascht, ohne den Salzburg-Angreifer in Litauen 0:2 verloren. "Färöer wird aber ein ganz anderes Spiel", betonte Brückner.

Fehler aus Litauen-Spiel nicht mehr machen
Dennoch werden die Fehler aus dem Litauen-Spiel per Video genau analysiert - ebenso die beiden bisherigen Auftritte der Färöer in Serbien (0:2) und vor allem zu Hause gegen Rumänien (0:1). Die Rumänen hatten sich lange Zeit in wenig zielführendes Kurzpassspiel verstrickt und wurden erst in der 59. Minute durch einen Fernschuss von Razvan Vasilic erlöst. "Sie haben zu viel Klein-klein gespielt", meinte Brückner-Assistent Jan Kocian.

Diesen Fehler werde Österreich nicht machen, versprach Brückner. "In der Qualifikation geht es um den Aufstieg, nicht um ein schönes Spiel", betonte der 68-Jährige. Will man in Gruppe 7 weiterhin eine entscheidende Rolle spielen, dürften gegen Färöer und am Mittwoch darauf im ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Serbien zwei Siege notwendig sein. "Sechs Punkte sind möglich und dafür müssen wir auch spielen", sagte Brückner.

Auf den Färöern muss sein Team das Spiel machen, Platz zum Kontern wird es nicht geben. "Wir müssen auch dieses Spiel beherrschen. Im Angriff müssen wir uns verbessern", meinte Brückner. "Wir werden personell und taktisch etwas ändern. Unsere Aufstellung ist flexibel und universal." Gut möglich, dass der technisch versierte Arnautovic (19) seine Chance erhält, oder der schnelle Rapid-Angreifer Erwin Hoffer. Janko gilt, Fitness vorausgesetzt, als gesetzt.

Brückner hat Erfahrung mit den Färöern
Brückner selbst hat auf den Inseln im Nordatlantik bereits ein Geduldspiel hinter sich. Im September 1998 siegte er mit Tschechien erst dank eines späten Tores von Vladimir Smicer (84.) mit 1:0. "Es war großer Nebel, man hat nicht einmal fünf Meter gesehen", erinnerte sich Brückner. "Aber das Tor habe ich gesehen. Und wir haben die drei Punkte gemacht." Das sei auch am Samstag alles, was zählt.

Mit einem anderen Länderspiel, das noch weiter zurückliegt, beschäftigt sich der Teamchef nicht. Im September 1990 hatte der ÖFB gegen Färöer die größte Blamage seiner Geschichte erlebt - 0:1. "Das ist schon Vergangenheit. Fußball ist aber Zukunft", erklärte Brückner. Am 13. November wird er 69.
(apa/red)
(apa/red)

7.10.2008 12:08