Donnerstag, 9. Oktober 2008

Platini sorgt sich um Identität des Fußballs:
Verkauf englischer Vereine in Frage gestellt

  • Bereits neun von 20 Premier League-Clubs verkauft
  • Kritische Worte auch für Jagd nach immer Jüngeren

Michel Platini, der Präsident des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA), hat vor der Gefahr gewarnt, dass englische Clubs aufgrund des Einflusses von ausländischen Investoren ihre Identität verlieren könnten. "Wollen Sie in Liverpool einen arabischen Scheich als Präsident mit einem brasilianischen Trainer und neun oder elf afrikanischen Spielern. Wo ist Liverpool darin", fragte der UEFA-Boss. Deshalb sei es wichtig, Regeln aufzustellen.

Bereits neun der 20 Premier-League-Clubs haben ausländische Besitzer, erst im September war die "Abu Dhabi United Group for Development and Investment" bei Manchester City eingestiegen. Eine Lösung zu finden, sei vor allem auch Aufgabe der nationalen Regierung. "Man braucht Identität, darin liegt die Popularität des Fußballs. Leute von Katar zu bringen ist nicht gut. Die sollen in Katar investieren und den Fußball in allen Ländern entwickeln. Nicht einfach Geld nehmen, eine Chance ergreifen und danach wieder zurückgehen", so Platini.

Der ehemalige französische Spielmacher kritisierte auch die "Jagd" der englischen Großclubs nach talentierten jungen ausländischen Spielern. "Wenn jemand Ronaldo, Pele, Maradona oder Robinho kauft, habe ich kein Problem damit. Aber ich sehe es nicht gerne, wenn 13, 14 oder 15-jährige Spieler verpflichtet werden", wies Platini hin. Erst kürzlich sei ein Elfjähriger von Olympique Marseille zu Chelsea gewechselt. "Glauben Sie, dass das für seine Mutter gut ist", fragte der UEFA-Chef.
(apa/red)

9.10.2008 13:01